24.8.2006 15:01

Hickersberger will es jetzt wissen: Mit acht Legionären auf Trainingslager in die Schweiz

  • ÖFB-Teamchef: "Wollen unbedingt positive Resultate"
  • PLUS: Der aktuelle Nationalteam-Kader Österreichs!

Gegenüber dem 1:2 vor etwas mehr als einer Woche in Graz gegen Ungarn fehlen vom 19 auf 23 Mann aufgestockten Fußball-Aufgebot für das Schweizer Trainingslager mit den Länderspielen gegen Costa Rica (2.9. in Genf) und Venezuela (6.9. in Basel) neben Paul Scharner (Wigan) auch der verletzte Rapidler Markus Katzer. Im Kader stehen trotz des Verzichts auf den "Engländer" acht Legionäre aus acht Ländern sowie drei Mann, die noch kein A-Teamspiel bestritten haben.

Weil neben Katzer auch noch Kiesenebner, Janko, Sallmutter, J. Säumel, Ibertsberger und Sariyar verletzt oder rekonvaleszent sind, hat ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger auch einige Spieler einberufen, "die überrascht sein werden." Dabei sind die Neulinge Ortlechner (Pasching), Sonnleitner (GAK) und Hölzl (Wacker Tirol) sowie wieder an Bord sind Linz, Akagündüz und Kovacevic. Die meisten Kaderspieler (Durchschnittsalter 24,9 Jahre) stellt der GAK mit vier Akteuren.

Auf Linz hatte Hickersberger gegen die Ungarn verzichtet, weil der Stürmer unmittelbar vor Saison-Beginn am Wochenende in Portugal in den Reihen seines neuen Arbeitgebers Boavista Porto Fuß fassen sollte. Und Akagündüz gehört bei Kayserispor zum "engeren Stamm des Tabellendritten und er hat im Europacup gegen SK Tirana zuletzt auch zwei Tore erzielt." Der Paschinger ist dabei, weil auf der linken Seite Personalnot herrscht. "Er bringt gute Voraussetzungen mit, ist eine gute Alternative."

Auch Hölzl erhielt vom obersten Trainer des Landes Lob, er sei eines der größten Talente, ein Spieler mit Perspektiven, er besitze Grundschnelligkeit und Technik. Besondere Freude machte dem 58-Jährigen ein anderer Engländer. Hickersberger hatte Innenverteidiger Pogatetz via Fernsehen mit Middlesbrough gegen Meister Chelsea 2:1 siegen gesehen. "Die Art und Weise, wie er gegen Drogba und Schwetschenko agiert hat, war hervorragend", meinte er über den "man of the match" und den Torschützen zum 1:1.

Am Samstag wird der Teamchef seinen Kapitän Andreas Ivanschitz im Athener Olympia-Stadion gegen Ionikos Piräus beobachten. "Ich will ihm damit auch zeigen, wie wichtig er in meinen Überlegungen ist", sagte Hickersberger, der mit Panathinaikos-Trainer Hans Backe ein längeres Gespräch führen möchte. Der Niederösterreicher hofft, dass der Burgenländer sich in Athen in Szene setzen und für seinen Verein der Spielmacher wird.

Was erwartet sich der Krankl-Nachfolger vom Trainingscamp in der Schweiz? Verbesserungen in taktischer Hinsicht, eine weitere Steigerung im Defensiv-Verhalten, das Aufarbeiten von Fehlern, ein schnelleres Kombinationsspiel nach vorne, das Entwickeln von Initiative. "Und natürlich wollen wir nach drei Niederlagen und 2:8 Toren und mangelndem Selbstvertrauen unbedingt positive Ergebnisse", kündigt Hickersberger an.

Anhand von positiven Spielphasen aus den Partien gegen Kanada (0:2), Kroatien (1:4) und Ungarn (1:2) möchte der Teamchef seinen Schützlingen zeigen, dass "sie mehr können, sie dürfen sich von der allgemeinen, negativen Stimmung nicht anstecken lassen. Denn Selbstzweifel sind der schlimmste Gegner", erklärte "Hicke". Dass derzeit großer Druck auf seinen Spieler laste, empfinde er nicht als großes Problem. "Während der EM wird er noch größer werden, damit müssen die Spieler jetzt schon lernen umzugehen." (apa)

24.8.2006 15:01
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