Roger Federer geht auf Titel-Hattrick los: Schweizer großer Favorit bei den US-Open
- Zweikampf mit Nadal geht auch in New York weiter
- Mauresmo, Henin-Hardenne oder Scharapowa top?
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Serena Williams und
Rafael Nadal die Nr.1
Auch wenn die sentimentalen Gedanken dem Abschied von Andre Agassi gehören: Im Kampf um den Titel bei den mit 19,789 Mio. Dollar dotierten US Open gilt die ungeteilte Aufmerksamkeit der sportlichen Rivalität zwischen Roger Federer und Rafael Nadal. Federer möchte als erst dritter Spieler seit 1968 nach John McEnroe und Ivan Lendl den US-Open-Hattrick schaffen. Der erst 25-jährige Schweizer und schon vierfache Wimbledonsieger steuert bereits seinen 9. Grand-Slam-Titel an - und würde damit Agassi überholen.
Nur fünf Niederlagen hat Federer heuer erlitten, vier davon gegen Nadal. Und zuletzt in Cincinnati unterlag er überraschend einem jungen Aufsteiger aus Schottland, dem viel versprechenden Andy Murray. "Natürlich hätte ich gerne, dass diese Siegesserien niemals enden. Aber hin und wieder ist es gut, wenn Du verlierst. Ich nehme aus Niederlagen immer etwas Positives mit", lässt sich Federer davon nicht aus der Ruhe bringen.
Im Vorjahr hatte er in einem emotionalen Endspiel Altstar Agassi niedergerungen. Der US-Amerikaner hatte bei 1:1-Sätzen im dritten Set 4:2 geführt, doch Federer zog sich da auch im Hexenkessel des Arthur-Ashe-Stadions wieder heraus. Dem ruhigen Eidgenossen steht der muskelbepackte, immer ärmellose Kämpfer Nadal gegenüber. Der "Sandplatz-König" (60 Siege en suite) hat sich auch auf anderen Belägen gemausert und überraschte in Wimbledon mit dem Finaleinzug. Auf Hardcourt hat er Federer heuer in Dubai auch schon einmal geschlagen.
Denn ein Federer schlägt sich kaum selbst. "Sehr selten, eigentlich kaum jemals", bestätigte Federer. "Weil ich die Vielfalt in meinen Schlägen habe. Slice, Spin, laufen, fighten usw. Das erlaubt mir auch zu gewinnen, wenn ich nicht so gut spiele." Bereits seit Februar 2004 ist er unangefochtene Nummer 1, trotz eines immer stärker werdenden Nadal.
Vielleicht gibt es aber einen lachenden Dritten. Und dieser könnte durchaus Andy Murray heißen. Der 19-jährige Schotte holte im Februar in San Jose seinen ersten Titel und hat sich mittlerweile bereits in die Top 20 katapultiert. "Nicht viele Burschen schaffen es in die Top 20 mit 19 Jahren. Das ist ziemlich aufregend für mich, das ich gesetzt bin", freut sich Murray, der Tim Henman und Greg Rusedski schon seit langem als bester Brite abgelöst hat. Rechnen kann man aber auch wieder mit Andy Roddick, der zuletzt in Cincinnati tolle Form gezeigt hat und endlich sein erstes ATP-Turnier 2006 gewonnen hat.
Mauresmo, Henin-Hardenne oder Scharapowa top?
Bei den Damen müsste die Favoritin nach Triumphen bei den Australian Open und in Wimbledon eigentlich Amelie Mauresmo heißen. Doch die Französin musste nach dem Sieg im Tennis-Mekka wegen einer Schulterverletzung pausieren. Und bei ihrem ersten Auftritt seither in New Haven musste sie sich im Viertelfinale Lindsay Davenport geschlagen geben. Dabei hatte die US-Amerikanerin zuvor sogar fünf Monate aussetzen müssen (Rückenprobleme).
Unter den Favoritinnen muss man auch Justine Henin-Hardenne nennen: Finale Australian Open, insgesamt fünfter Grand-Slam-Titel in Roland Garros (3. in Paris), Finale in Wimbledon. Auch die Belgierin pausierte nach Wimbledon ganze sechs Wochen. Ihre Landsfrau Kim Clijsters hat vor einem Jahr nach einem tollen Comeback nach einer Verletzung in Flushing Meadows endlich ihren ersten Grand-Slam-Titel geholt. Doch heuer muss sie wegen einer neuerlichen Handgelenksverletzung wieder zuschauen.
Von der vor zwei Jahren noch so überragenden Phalanx der Russinnen ist derzeit nicht viel übrig, allerdings ist die "amerikanisierte" Maria Scharapowa eine heiße Kandidatin auf den Titel. Sie hat auf US-Hardcourts heuer die Titel in Indian Wells und San Diego geholt, war im Finale von Miami und im Semifinale von Los Angeles. Keine andere Top-5-Spielerin war auf Hartplatz heuer so gut.
Abschied von Agassi und Navratilova
Ganz am Rande des Damenbewerbs gibt es neben Agassi noch eine andere Große, die den Schläger endgültig an den Nagel hängt: Nur einen Monat vor ihrem 50. Geburtstag spielt Martina Navratilova ein letztes Mal im Damendoppel (mit Nadja Petrowa) und Mixed (Mike Bryan). "Jetzt habe ich schon mehr Falten als Titel, also ist es Zeit", meinte die US-Amerikanerin und gebürtige Tschechoslowakin mit einer Portion Selbstironie. Was aber bestritten werden darf: Sie hat 167 Einzel- und 174 Doppel-Triumphe gefeiert!
(apa/red)
