Freitag, 25. August 2006

Hammerlose im UEFA-Cup: Salzburg muss
in der 1. Runde gegen Blackburn Rovers ran

  • Heikle Aufgabe: Austria trifft auf Legia Warschau
  • Pasching bekommt es mit Livorno aus Italien zu tun
    Fünf ÖFB-Legionäre in 1. UEFA-Cup-Runde im Einsatz

Hammerlose! Die drei österreichischen Klubs in der ersten Hauptrunde des UEFA-Cups bekommen es mit schweren Gegnern zu tun. Double-Gewinner Austria Magna trifft auf den polnischen Meister Legia Warschau. Red Bull Salzburg bekommt es mit dem englischen Premier-League-Verein Blackburn Rovers zu tun, auf Superfund Pasching wartet der italienische Serie-A-Klub Livorno.

Nach Valencia aus Spanien in der Champions-League-Qualifikation baut sich nun ein Gegner aus einem weiteren großen Fußball-Land vor T-Mobile-Bundesliga-Tabellenführer Red Bull Salzburg auf. Im Kampf um den Einzug in die Gruppenphase des UEFA-Cups treffen die Bullen in der 1. Hauptrunde am 14. (zu Hause) und 28. August (auswärts) auf den englischen Premier-League-Verein Blackburn Rovers. Die Salzburger treffen damit erstmals in ihrer Europacup-Geschichte auf einen englischen Klub.

Die Truppe von Coach Mark Hughes spielt im Ewood Park (über 31.000 Zuschauer haben dort Platz) und belegte in der abgelaufenen Meisterschaft Platz sechs. Der dritte und bis dato letzte Meistertitel gelang 1995 (zuvor 1912, 1914) angeführt von Starstürmer Alan Shearer. 2002 waren die Blau-Weißen League-Cup-Sieger.

Trapattoni ist vorsichtig zuversichtlich: "Englische Mannschaften sind immer stark und gefährlich. Leider beginnen wir wie gegen Valencia wieder zu Hause, das ist ein Nachteil. Wir haben gegen Valencia bewiesen, dass wir eine Mannschaft von internationalem Format sind. Ich glaube an die Spieler." Über die Engländer meinte der Italiener: "Das ist eine Mannschaft mit einer anderen Mentalität als Valencia. Die geben immer Vollgas."

Einen neuen Stürmer werden die Mozartstädter nun doch nicht verpflichten. In der Offensive setzt man also auf Janko, Zickler, Lokvenc und Orosz. "Wenn Janko und Zickler wieder fit sind, sind wir im Sturm gefährlicher. Das erhöht auch unsere Chancen auf die UEFA-Cup-Gruppenphase."

Eine kleine Träne verdrückte Trap in Richtung der Champions-League-Gruppe von Bezwinger Valencia mit AS Roma, Schachtjor Donezk und Olympiakos Piräus. "Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen. Ich hätte meiner Mannschaft sogar in Rom eine gute Figur zugetraut."

Trapattoni und Matthäus glauben, dass der Kunstrasen ein größerer Vorteil als gegen Valencia sein könnte, da die Spanier technisch über die Engländer zu stellen seien. Das meint auch Kapitän Thomas Linke, der dem möglich gewesenen Duell mit seinem Ex-Klub Schalke nachtrauerte. "Die wären mir lieber gewesen. Aber vielleicht liegt uns ohnehin Blackburn am besten, weil sie technisch nicht ganz so stark sind. Den Vorteil auf Kunstrasen müssen wir nutzen. Wir müssen mit Flachspiel möglichst hoch gewinnen."

Austria Wien wieder gegen Legia Warschau
Deja vu für die Austria: Die Wiener treffen wie vor zwei Jahren in der 1. UEFA-Cup-Runde auf Legia Warschau. Spieltermine sind der 14. und 28. September, das erste Aufeinandertreffen steigt in der polnischen Hauptstadt. Der Aufsteiger steht in der am 19. Oktober beginnenden Gruppenphase.

2004 setzte sich die Austria, die im Hinspiel auf die gesperrten Mario Tokic und Sebastian Mila verzichten muss, mit 1:0 (h) und 3:1 (a) durch und schaffte es danach bis ins UEFA-Cup-Viertelfinale.

Legia hat so wie die Austria in der nationalen Meisterschaft einen klassischen Fehlstart hingelegt und in den ersten vier Partien nur vier Punkte ergattert. Trainer Dariusz Wdowczyk steht bereits schwer unter Beschuss. Klubeigentümer ist der Medienkonzern ITI, der auch die Rechte für die Champions League in Polen besitzt. Firmen-Vertreter werfen dem Trainer eine falsche Transferpolitik vor. So wurde ein (schwacher) Miroslav Radovic für 800.000 Euro von der Ersatzbank von Partizan Belgrad verpflichtet - mit wenig Erfolg. Wdowczyk wird auch öffentlich kritisiert, bei diversen Spielereinkäufen "mitgeschnitten" zu haben, was er freilich bestreitet.

Vor kurzem kam es zu einem Aufstand der Spieler, weil der Coach zusätzlich zu den zwei bereits im Winter verpflichteten Brasilianern, die sich aber ganz gut ins Team eingefügt haben, zwei weitere "brasileiros" holte. Elton, einer der beiden Neuen, fiel allerdings anderswo auf: Er wurde von der Polizei alkoholisiert mit 1,4 Promille im Blut aufgehalten. Und auch der zweite neue Mann namens Hugo hat nicht eingeschlagen.

Pasching im UEFA-Cup gegen Livorno klarer Außenseiter
Der FC Superfund Pasching geht als klarer Außenseiter in das Erstrunden-Duell im Fußball-UEFA-Cup mit AS Livorno Calcio, das 14. September auswärts und am 28. September daheim über die Bühne geht. Zwar rutschte der 1904 gegründete Klub, der die vergangene Saison auf Platz neun beendet hatte, nur auf Grund des Manipulationsskandals (Juventus, Fiorentina und Lazio wurden zurückgereiht) auf Platz sechs der Tabelle und damit in den internationalen Bewerb, dennoch ist der Serie-A-Klub wohl deutlich über die Oberösterreicher zu stellen.

Pasching-Trainer Milan Djuricic weiß um die Rollenverteilung Bescheid. "Das ist eine sehr schwierige Aufgabe. Vereine der italienischen Liga sind bekannt für ihre gute Abwehr und ihre gefährlichen Konter", zeigte der Coach Respekt. Der Kroate hat aber auch einen Pluspunkt für seine Mannschaft ausgemacht. "Die italienische Meisterschaft hat noch nicht begonnen, vielleicht ist das ein Vorteil für uns."

Djuricic will nun so schnell wie möglich Informationen über den Gegner einholen. "Ich weiß noch nicht viel über diese Mannschaft", gab der Betreuer zu. Großer Star der Italiener ist Stürmer Cristiano Lucarelli. Der Goalgetter schoss seinen Verein in der Saison 2004/05 mit 29 Treffern in die höchste Liga, im vergangenen Spieljahr brachte es der 30-Jährige in der Serie A auf 24 Tore.

Fünf ÖFB-Legionäre in 1. UEFA-Cup-Runde im Einsatz
Neben den drei ÖFB-Klubs Austria, Salzburg und Pasching sind in der ersten UEFA-Cup-Runde auch fünf österreichische Legionäre im Einsatz. Panathinaikos Athen, dem neuen Klub von Teamkapitän Andi Ivanschitz, bescherte die Auslosung den ukrainischen Verein Metalurg Saporoschje als Gegner. Ried-Bezwinger FC Sion mit ÖFB-Stürmer Sanel Kuljic bekommt es mit Bayer Leverkusen zu tun, Muhammet Akagündüz trifft mit Kayserispor auf den Didulica-Klub AZ Alkmaar.

Der einzige Österreicher in der Kampfmannschaft eines deutschen Bundesligisten, Markus Weissenberger, hat mit Eintracht Frankfurt Bröndby als Kontrahenten, Thomas Prager kämpft mit SC Heerenveen gegen Vitoria Setubal um den Aufstieg in die am 19. Oktober beginnende Gruppenphase. Titelverteidiger FC Sevilla bekam eine lösbare Aufgabe vorgesetzt, die Spanier treten gegen den griechischen Klub Atromitos an. (apa/red)

25.8.2006 15:34