"Leider Nicht": Austria verpasst Millionen-
Show und Chance auf violette Trendumkehr
- Stöger: "Gibt brennendere Themen als Trainerfrage"
- Harte Kritik an Spielern: Rauswürfe stehen im Raum

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Gleich einsteigen und
mit anderen diskutieren
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Favoriten erreichen die Gruppenphase der CL
Acht Pflichtspiele, fünf Remis, drei Niederlagen und nur drei erzielte Tore! Zu früheren und noch erfolgreichen Austria-Zeiten hatten Feldherrn schon nach "besseren Serien" das Feld in Wien-Favoriten räumen müssen. Auch wegen der Sparwelle ist vieles anders geworden, wird Kontinuität groß geschrieben. "Es gibt brennendere Themen als die Trainerfrage", erklärte Austrias Sportdirektor Peter Stöger nach dem 0:3 gegen Benfica auf dem langen und stillen Rückflug von Lissabon nach Wien.
Er sehe, wie Trainer Frenkie Schinkels arbeite und was dann von den Spielern umgesetzt werde, meinte Stöger unmissverständlich, nachdem im zehnten Europacup-Duell mit portugiesischen Vereinen Österreich zum achten Mal verabschiedet worden war, sich die kleine Hoffnung auf die siebente rot-weiß-rote Teilnahme (SV Salzburg, Sturm Graz/3 x, Rapid/2 x) an der Gruppen-Phase der Champions League in Nichts aufgelöst hatte. "Wir werden in der Länderspiel-Pause alles diskutieren", kündigte der Sportchef an.
Schinkels: "Brauche frisches Blut"
Auch Coach Frenkie Schinkels kann nicht so ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen. "Ich habe zwei Tage alles gegeben, versucht zu motivieren, nun bin ich leer. Ich habe das Gefühl, dass der eine oder andere Spieler die Reise nach Lissabon als lustige Sache sah. Das ist zu wenig, das müssen wir in einer Klausur besprechen. Ich suche zuerst die Schuld bei uns Betreuern und erst dann bei anderen", ist der gebürtige Niederländer über das Gebotene frustriert. Es sei traurig, dass die Betreuer, aber nicht die Spieler so viel Selbstkritik hätten.
"Da tut mir das Herz weh. Wenn die Spieler nicht violettes Blut haben, dann brauche ich frisches Blut", meinte Schinkels, der auch Positives gesehen hatte. Zum Beispiel Andreas Schicker, der für den verletzten Sasa Papac eingewechselt worden war. "Solche Leute, die marschieren und ihren Job erledigen, brauche ich".
"Spieler haben die Mannschaft im Stich gelassen"
Jetzt hoffen die Veilchen eben sehnlichst auf die Trendumkehr in der Bundesliga. "Wir müssen schauen, mit dem bestehenden Kader auszukommen, werden aber die eine oder andere Veränderung vornehmen müssen", sagt Klubmanager Markus Kraetschmer.
So traurig das 0:3 und die violette Vorstellung auch waren, hat "das Spiel einige Klarheit gebracht, was einzelne Spieler betrifft". Darüber informierte Kraetschmer schon kurz nach dem Ausscheiden Mäzen Frank Stronach per Telefon in Kanada. "Ich habe ihm mitgeteilt, dass einige Spieler die Mannschaft im Stich gelassen haben." Hätten seine, Kraetschmers Mitarbeiter, einen solchen Job abgeliefert, hätten sie "am nächsten Tag einen Termin bei mir".
Man habe intensiv mit der Mannschaft gesprochen und sie optimal auf das wichtige Benfica-Spiel vorbereitet. "Und wenn dann das das Resultat ist, habe ich dafür kein Verständnis", fand der Polster-Nachfolger mehr als deutliche Worte. Ihm fehle das Gemeinschaftsdenken, das Bemühen. "Einige glauben, sie seien Stars, sie sind aber keine." Es würden keine Spieler hergeschenkt oder Verträge ausbezahlt, sondern bestehende Kontrakte eingehalten. Die Transferzeit endet übrigens am 31. August, ein vierter Stürmer steht auf dem Wunschzettel.
(apa/red)
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