Mittwoch, 23. August 2006

Valencia bricht die Herzen der Salzburger: Tapfere Bullen verpassen Champions League

  • Spanier steigen nach hart erkämpftem 3:0-Sieg auf
  • Hand-Elfer entscheidet - Bullen im Angriff zu harmlos

Die Champions-League-Saison 2006/07 wird ohne österreichische Beteilung stattfinden. Nach dem Aus der Wiener Austria verpasste auch Red Bull Salzburg mit einem 0:3 (0:2) in Valencia die Chance, in die Gruppenphase der europäischen Elite-Liga einzuziehen. Für den Vizemeister bliebt somit nur das "Trostpflaster" UEFA-Cup. Morientes (12.), Villa (32./Elfmeternachschuss) und Silva in der Nachspielzeit (93.) trafen für Valencia. Für Österreich setzte es damit im achten Duell in Valencia (dreimal Team/fünfmal Klubs) die achte Niederlage.

Trainer Giovanni Trapattoni setzte nach dem 1:0 im Hinspiel auf ein defensives Konzept. Vor der Viererkette agierten mit Kovac, Aufhauser und Carboni drei defensive Mittelfeldspieler, "Amateur" Orosz blieb einzige Spitze. Im mit 53.000 Zuschauern ausverkauften "Mestalla"-Stadion ging diese Strategie jedoch nur etwas mehr als zehn Minuten auf.

Nachdem sich Vargas den Ball erkämpft hatte, zögerte er im Spielaufbau zu lange. Edu, der erst für den verletzten Baraja einen Platz im Aufgebot gefunden hatte, nahm dem Chilenen den Ball ab und setzte Spaniens Teamstürmer David Villa mit einem Pass ideal ein. Seinen Schuss wehrte der in diesem Spiel fehlerlose Timo Ochs zwar ab, doch Neuerwerbung Morientes staubte zum 1:0 ab (12.).

Valencia war vor allem über die Flanken brandgefährlich. Von rechts suchte der in der Viererkette aufgebotene Angulo den direkten Zug zum Tor und beschäftigte Pitak mehr, als dem lieb war. Der Tscheche fand dennoch die beste Chance der Salzburger in den ersten 45 Minuten vor, nach einer Tiffert-Hereingabe schoss er von der Strafraumgrenze jedoch einen Spanier an (26.). Nach einer halben Stunde jagte Bodnar einen 30-m-Freistoß über die Latte.

Hand-Elfer entscheidet die Partie
Praktisch im Gegenzug erzielten die "Fledermäuse" jedoch einen weiteren Treffer. Wieder hebelte der Brasilianer Edu mit einem Schupfer in den Strafraum die gesamte Verteidigung aus, den Querpass von Villa nahm Salzburgs Carboni unglücklich mit der Hand mit. Der slowakische Schiedsrichter Lubos Michel entschied sofort auf Elfmeter. Ochs erriet gegen Villa die richtige Ecke, der quirlige Stürmer bezwang den Deutschen aber im Nachschuss (32.).

Auch nach dem Pausenpfiff hielt Trainer Trapattoni zunächst an seinem System fest, für Orosz kam aber der Tscheche Lokvenc. In der 63. Minute fand der schon in Salzburg erfolgreiche Pitak die beste Möglichkeit auf den Anschlusstreffer vor, sein Schuss auf das lange Eck aus 13 Metern ging knapp am Tor vorbei. Lokvenc setzte nach einem Corner den Kopfball neben das Tor (65.). Zu diesem Zeitpunkt hatte Trapattoni schon auf die in der Bundesliga erprobte Marschroute umgeschalten: Jezek kam über links, Vonlanthen agierte als hängende Spitze.

Lokvenc vergibt den Matchball
Die Spanier beschränkten sich die gesamte zweite Spielhälfte darauf, das Match aus einer sicheren Abwehr heraus zu kontrollieren. Obwohl die "Bullen" mehr Spielanteile hatten, es fehlte einfach an den spielerischen Mitteln, um den dichten Abwehrriegel zu knacken. Lokvenc vergab per Kopf die letzte Möglichkeit (86.), Silva traf nach einem kurz abgespielten Corner in der Nachspielzeit platziert ins lange Eck zum Endstand (93.).

Valencia CF - Red Bull Salzburg 3:0 (2:0)
Estadio Luis Casanova "Mestalla", 53.000 Zuschauer SR Lubos Michel
Hinspiel 0:1. Valencia mit Score von 3:1 in der Gruppenphase

Tore:
1:0 (12.) Morientes
2:0 (32.) Villa (Elfmeternachschuss)
3:0 (93.) Silva

Valencia: Canizares - Angulo, Raul Albiol, Navarro, Moretti - David Silva, Albelda, Edu (89. Marchena), Vicente (73. Gavilan) - Morientes (67. Regueiro), Villa

Salzburg: Ochs - Bodnar, Vargas, Linke, Dudic - Tiffert (57. Vonlanthen), Carboni, Aufhauser, Kovac (63. Jezek), Pitak - Orosz (46. Lokvenc)

Gelbe Karten: Angulo bzw. Bodnar, Tiffert, Vargas, Canizares

(apa/red)

23.8.2006 07:15