Sonntag, 27. August 2006

4:0 gegen Wacker Tirol: Salzburg liegt nach
"bestem Saisonspiel" sechs Punkte voran

  • Matthäus: "So ein Spiel wollen wir öfters sehen"
  • Innsbrucker wurden in Tabelle von GAK überholt

Red Bull Salzburg hat das Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation offenbar gut verkraftet. Die Mozartstädter feierten am Samstag im West-Derby gegen Wacker Tirol einen 4:0-Heimsieg und bauten damit die Tabellenführung zumindest bis Sonntag auf sechs Punkte aus. "Das war unser bestes Spiel in dieser Saison über 90 Minuten", jubelte Trainer-Assistent Lothar Matthäus.

Nach einer torlosen ersten Hälfte kamen die "Bullen" zwar erst in den zweiten 45 Minuten richtig auf Touren, dann aber wurden die Innsbrucker phasenweise an die Wand gespielt. "Diesen Fußball sieht man selten in Österreich", erklärte der DFB-Rekordteamspieler, der von der "richtigen Reaktion auf das 0:3 in Valencia" sprach.

Nun gelte es, die gute Form während der zweiwöchigen Länderspielpause zu halten oder noch zu verbessern. "So ein Spiel wollen wir öfters als einmal sehen. Wir wissen, wo unsere Latte liegt", betonte Matthäus. Sein Vorgesetzter Giovanni Trapattoni warnte vor allzu großer Selbstzufriedenheit. "Wir wissen aus Erfahrung, dass die Bundesliga-Saison lang ist und dürfen nicht denken, dass wir jetzt schon alles erledigt haben", sagte der Italiener, der Marc Janko in der 58. Minute zu seinem Comeback verhalf. Damit stand wenigstens ein österreichischer "Bulle" auf dem Platz.

Wacker-Coach Frantisek Straka, dessen neue Krawatte nach der zweiten Niederlage in Folge gleich wieder im Kleiderschrank verstaut wird, musste die Überlegenheit der Salzburger anerkennen. "Auch wenn die Niederlage zu hoch war und wir das 1:1 hätten machen können, hat man trotzdem den Klasseunterschied deutlich gesehen", gab der Tscheche zu.

Die Innsbrucker wurden in der Tabelle vom GAK überholt, der im Grazer Derby gegen Sturm ein torloses Remis erkämpfte und damit aus den vergangenen drei Partien sieben Punkte holte. "Es war ein sehr intensives und schnelles Spiel, wir waren vielleicht eine Spur besser, aber das Ergebnis war in Ordnung", meinte Trainer Lars Söndergaard. Dieser Meinung schloss sich auch sein Gegenüber Franco Foda an. "Nimmt man die 90 Minuten, war das 0:0 gerecht."

91 Minuten benötigte Superfund Pasching, um einen 1:0-Heimsieg gegen Rapid zu landen und vorläufig auf Rang zwei vorzustoßen. Kurz vor Schluss traf Kapitän Michael Baur nach einem Patzer von Teamgoalie Helge Payer und besiegelte damit wohl das Schicksal seines Ex-Trainers Georg Zellhofer. "Mir tut es Leid für Zellhofer, aber im Fußball-Geschäft ist das so. Wenn der Erfolg ausbleibt, wird es schwierig", erklärte der Ex-Teamspieler.
(apa/red)

27.8.2006 11:58