Katastrophaler Saisonstart: Austrianer
"verzichten" derzeit auf ihre Liga-Prämien!
- Geld gibt es nur bis zum fünften Tabellenplatz
- Ried-Partie Schicksalsspiel für Coach Schinkels?
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Der schlechteste Saisonstart eines österreichischen Fußball-Meisters in der Bundesliga-Geschichte hat auch seine Auswirkungen auf das Konto der Spieler von Austria Magna. Ab dem sechsten Tabellenplatz gibt es nämlich weder für ein Remis, noch für einen Sieg Punkte-Prämien. Diese Regelung nach internationalem Vertragsmuster wird in Wien-Favoriten schon seit eineinhalb Jahren praktiziert. Die noch sieglosen Violetten sind nach sechs Runden Vorletzter.
"Es hat niemand damit gerechnet, dass wir in eine solche Situation kommen könnten, aber es kam deshalb bei den Vertragsgesprächen auch nie zu Diskussionen mit Spielern oder Managern", sagte Klubmanager Markus Kraetschmer. Vom Kader her müsse die Austria in Österreich unter den Top Fünf sein, wobei zwischen dem ersten sowie vom zweiten bis fünften Tabellenrang die Prämienhöhe individuell gestaffelt ist.
Nur die ersten drei Runden, in denen es neben dem Fixum die vollen "Zuschläge" gegeben hat, bildeten eine Ausnahme. Für das 0:0 gegen den GAK und das 1:1 gegen Salzburg rollte der Euro, dazwischen setzte es ein 0:2 in Pasching. Die neue Prämien-Regelung betrifft nur Spieler, die für eine Runde im Kader stehen, abgerechnet wird bis zum 20. jeden Monats. Für Verletzte gilt ein eigenes Schema.
Schicksalsspiel für Coach Schinkels?
Am Sonntag daheim im Keller-Derby gegen Schlusslicht SV Ried, zu dem Mäzen Frank Stronach erwartet wird, bleibt die Prämien-Kassa ebenfalls zu. Neben der "Geld-Tabelle" führt auch Trainer Frenkie Schinkels ein sportliches Ranking, die die Prämien-Regel ans Tageslicht gebracht hatte. Demnach spielt Red Bull Salzburg auf Grund der Geldquellen in einer "eigenen Liga und der Rest um die restlichen Plätze." Und in dieser zweiten Tabelle müsse die Austria "Meister oder zumindest Zweiter" werden.
Obwohl die Wiener schon zehn Zähler Rückstand auf die Trapattoni-Truppe aufweisen, stellt Peter Stöger klar, dass das aber nicht bedeutet, die Austria könne nicht mehr Meister werden. "Ich wiederhole, was ich schon vor Saisonbeginn gesagt habe: Wenn unsere Top 12, 13 Kaderspieler in jeder Partie alles abrufen, dann können wir ganz vorne mitspielen. Momentan gelingt dies nicht, aber ich gehe davon aus, dass wir wieder besser spielen, punkten und eine andere Austria sehen werden", meint der Sportdirektor.
Dass der Verein derzeit unten steht, habe jedenfalls nichts mit dem reduzierten Budget und den über das Ende des Magna-Betriebsführungsvertrages (30. Juni 2007) hinaus gehenden Planungen zu tun. Die frühere Anreise mit 22 Mann nach Lissabon hatte damit zu tun, um Gespräche mit den Spielern zu führen und Ursachenforschung zu betreiben. Stöger möchte u.a. sehen, dass die Akteure auf dem Platz ebenfalls miteinander reden. "Denn das heißt auch, Verantwortung übernehmen."
Analyse der aktuellen Situation
"Die Mannschaft ist zusammengerückt, es ist ein Prozess eingeleitet worden", glaubt Kraetschmer, der nach dem Ried-Spiel gemeinsam mit Stöger und Magna-Statthalter Ernst Neumann die aktuelle Situation analysieren wird. "Die Ergebnisse werden wir dann Stronach vorlegen", kündigte Neumann an. Am 29. August kommt es dann zu einem Treffen zwischen Klubpräsident Peter Langer, Kraetschmer und den Magna-Vertretern Neumann, Wolfgang Rebernig.
Dabei geht es um die Modalitäten der Beendigung des Betriebsführungsvertrages und darum, wie eine weitere Kooperation aussehen könnte. Auf die Frage, ob sich der Fan über die Existenz der Austria nach dem 30. Juni 2007 Sorgen machen müsse, antwortete Neumann: "Ich glaube nicht, es wird weiter einen gemeinsamen Weg mit Magna geben." (apa/red)
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