Mittwoch, 23. August 2006

WM-Duell geht in die Endphase: Schumi fordert Alonso beim Grand Prix der Türkei

  • Nächster F1-Deutscher: Debüt von Vettel für BMW
  • PLUS: Massedämpfer von Renault ab jetzt verboten

Gut erholt und vor Selbstvertrauen strotzend biegen die "Duellanten" Fernando Alonso und Michael Schumacher nach der dreiwöchigen Sommerpause auf die Schlussgerade der Formel-1-Weltmeisterschaft ein. "Es sind fünf Möglichkeiten, die WM-Situation noch zu drehen und die Titel zu holen", meinte Herausforderer und Rekordchampion Schumacher vor dem Großen Preis der Türkei am Sonntag in Istanbul. Der spanische Titelverteidiger und WM-Spitzenreiter Alonso tönte: "Ich bin in der Position, in der jeder gern wäre."

Im "Istanbul Speed Park", eine Autostunde vom Zentrum der 10-Millionen-Metropole im asiatischen Teil der Türkei gelegen, haben beide Protagonisten etwas gutzumachen. Im letzten Grand Prix in Ungarn waren Renault-Pilot Alonso und Ferrari-Konkurrent Schumacher ausgeschieden.

Vor allem der Deutsche musste deshalb Kritik einstecken. Der 37-jährige Routinier hatte es in Budapest verpasst, nach dem Ausfall seines Rivalen den Rückstand noch weiter zu verkürzen, und sich kurz vor Rennende nach einer unbedachten Aktion beim Überholmanöver von Nick Heidfeld im BMW-Sauber selbst ins Aus befördert. Erst durch die Disqualifikation des polnischen BMW-Fahrers Robert Kubica erhielt Schumacher noch einen WM-Punkt und die Aussicht, noch aus eigener Kraft Alonso abzufangen.

"Man darf nicht den Fehler machen, den Chancen aus Ungarn hinterherzutrauern, man muss nach vorne schauen - schließlich hätte es zum jetzigen Zeitpunkt auch viel schlechter aussehen können", hakte Schumacher das Rennen in Budapest ab. Allerdings warnte er auch vor neuerlichen Flüchtigkeitsfehlern und betonte: "Volle Konzentration und das Beste geben."

Zehn magere Pünktchen Abstand
Nach 13 von 18 Rennen ist der siebenfache Weltmeister (90) nur noch zehn Punkte hinter Alonso (100 Punkte). "Der WM-Kampf macht so viel Spaß, dass ich extrem heiß bin auf das nächste Rennen", betonte Schumacher. Wie viele Rennen es in seiner Karriere insgesamt noch werden können, möchte er in Monza am 10. September bekannt geben, wenn er das Geheimnis um seine Zukunft lüften will.

Nachdem in Budapest die Renn-Prognosen vom Regen davongespült wurden und Honda-Pilot Jenson Button als Überraschungssieger durchs Ziel fuhr, wird in Istanbul wieder ein Hitzerennen erwartet. In und um die Metropole werden Temperaturen von über 30 Grad erwartet. Dies könnte ein Vorteil für Schumacher und Ferrari sein. Ihre Bridgestone-Reifen erwiesen sich in diesem Jahr hitzebeständiger als die Pneus von Michelin, mit denen Renault unterwegs ist. Schumachers Erinnerungen an das erste Türkei-Rennen sind allerdings weniger gut. Vor einem Jahr schied er in der 16. Runde aus.

In jedem Fall etwas zu feiern gibt es für die Formel-1-Partner McLaren und Mercedes. In der Türkei bestreitet die britisch-schwäbische Renngemeinschaft ihren 200. gemeinsamen Grand Prix seit 1995.

Debüt von Junior Vettel für BMW-Sauber
In Istanbul kommt es bereits zum F1-Debüt von Schumachers designiertem Nachfolger. Der 19-jährige Red-Bull-Junior Sebastian Vettel wird in der Türkei erstmals im Freitags-Training als dritter Pilot neben Nick Heidfeld und Robert Kubica im BMW-Sauber fahren. Der hoch talentierte Formel-3-Pilot bekommt die Chance, weil Kubica nach der Entlassung des Kanadiers Jacques Villeneuve zum Stammpiloten aufgerückt ist.

Vettel ist nach Michael Schumacher, Ralf Schumacher, Nico Rosberg und seinem BMW-Kollegen Nick Heidfeld sowie den Testpiloten Adrian Sutil und Markus Winkelhock der siebente deutsche Pilot, der in diesem Jahr in der Formel 1 eingesetzt wird. "Ich freue mich riesig, dass man mir das Vertrauen schenkt, sagte der am 3. Juli 1987 in Heppenheim geborene Vettel.

(apa/red)

23.8.2006 16:37
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts