Weltreiterspiele im deutschen Aachen: Österreichs Team gewinnt drei Medaillen
- Einmal Silber und zwei Bronzene für unser Team
Den normalerweise wenig beachteten Voltigierern blieb es vorbehalten, Österreichs erste Medaillen bei Weltreiterspielen zu holen, die seit 1990 alle vier Jahre durchgeführt werden. Die Niederösterreicherin Katharina Faltin eroberte im Damen-Einzelbewerb unmittelbar vor der Steierin Sissi Jarz Silber, nachdem sich zuvor die siebenköpfige Gruppe des RC Wildegg aus Sittendorf mit akrobatischen Übungen auf dem Pferd Bronze gesichert hatte. In der Vielseitigkeit gab es für das nur mit drei Reitern angetretene Team des österreichischen Verbandes (FENA) Rang zehn, Harald Ambros landete mit Miss Ferrari auf Rang 31.
Faltin, die mit ihrem Pferd Pitucelli und Longenführerin Julia Nöbauer abgetreten war, überraschte sich selbst. "Ich bin überglücklich. Mein Ziel waren die Top 10, doch mit einer Medaille hätte ich im Vorfeld nie gerechnet", meinte die 21-jährige Mödlingerin. Mitfavoritin Jarz hatte sich auf ihrem Escudo Fox mehr erhofft. Nach Siegen in zwei internationalen Turnieren hatte sie mit Gold spekuliert, nach Rang drei und einigen Fehlern reagierte sie zunächst sogar enttäuscht.
Die Junioren-Europameister in der Gruppe von 2005 wurden auch beim ersten Großereignis bei den "Großen" den Erwartungen vollauf gerecht. Zwar büßten die Österreicher auf ihrem Pferd Libretto mit Longenführerin Maria Lehrmann im Finale vor 8.000 Zuschauern mit 8,152 Punkten einen Platz ein, der Jubel nach Bronze war aber bei Stefan Csandl, Isabella Fiala, Kathrin Humann, Christa Kristofics-Binder, Katharina und Nikolaus Luschin und Kathrin Pleininger groß. Den Sieg sicherte sich Deutschland (RSV Neuss/8,189) vor den USA (8,161).
Bei den Herren erreichte der Wiener Csandl auf Gigolino als bester Österreicher Rang sieben. Der Deutsche Kai Vorberg wiederholte seinen Erfolg von 2002.
In der Vielseitigkeit holte Deutschland vor 40.000 Zuschauern erstmals den Team-WM-Titel. Die Gastgeber, für die Bettina Hoy mit Ringwood Cockatoo, Frank Ostholt mit Air Jordan, Hinrich Romeike mit Marius und Ingrid Klimke mit Sleep Late antraten, setzten sich vor Großbritannien und Australien durch. Damit gelang den Deutschen, denen bei den Olympischen in Athen der Sieg wegen eines umstrittenen Fehlers von Hoy nachträglich aberkannt worden war, die Revanche. Den Einzeltitel gewann die Britin Zara Phillips, die Enkelin von Königin Elisabeth II. mit Toy Town.
Bei den Österreichern vermochte der am höchsten eingeschätzte Ambros mit seiner elfjährigen Stute nicht an die Leistungen der Olympischen Spiele (Rang 19) anzuschließen. Der Oberösterreicher nahm in der Geländeprüfung am Samstag viel Risiko, nach einer Verweigerung und einem folgenden "Umweg" über die leichtere Variante, der Zeitfehler einbrachte, rangierte er nur an 40. Stelle, im abschließenden Springen gelang nach einem Null-Fehler-Ritt eine Verbesserung auf Rang 31.
Zweiter Österreicher in der Wertung war Harald Siegl auf Nebelwerfer. Er wählte im Gelände die sichere Variante, kassierte zwar Zeitfehler, verbesserte sich aber auf Platz 34, nach zwei Abwürfen im Springen gab es Endrang 36. Harald Riedl schied am Samstag in der Geländeprüfung nach Verweigerung und späterem Sturz aus.
(apa)
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