Samstag, 26. August 2006

Leichtathletikmeeting in Brüssel: Kenianer Kogo lief Saisonbestzeit über 10.000 m

  • Kogo damit sechstbester 10.000 m-Läufer der Welt
  • Asafa Powell holt sich Golden-League-Jackpot ab

Der Kenianer Micah Kogo hat im Auftaktrennen des Golden-League-Meetings der Leichtathleten in Brüssel eine Weltjahresbestzeit über 10.000 Meter aufgestellt. In starken 26:35,63 Minuten gewann der 20-Jährige vor Zersenay Tadesse aus Eritrea (26:37,25) und Boniface Kiprop aus Uganda (26:41,95).

Mit seiner Zeit avancierte Kogo zum sechstschnellsten 10.000-m-Läufer der Welt. Weltrekordler Kenenisa Bekele (Äthiopien) läuft bei der 30. Auflage des Memorials Van Damme die 5.000 Meter.

100-Meter-Weltrekordler Asafa Powell aus Jamaika, Äthiopiens 5.000-Meter-Doppelweltmeisterin Tirunesh Dibaba und 400-Meter-Superstar Sanya Richards (USA) dürfen sich als erste Leichtathleten aus dem Millionen-Jackpot der diesjährigen Golden League bedienen. Powell gewann am Freitagabend in Brüssel in 9,99 Sekunden auch das fünfte Rennen der Super-Serie. Dibaba verfehlte als Siegerin in 14:30,63 Minuten den Weltrekord ihrer Landsfrau Meseret Defar nur um rund sechs Sekunden. Richards feierte in 50,02 Sekunden über die Stadionrunde ebenfalls einen souveränen Erfolg - die zweitplatzierte Novlene Williams (Jamaika) hatte bereits eine Sekunde Rückstand.

Fünffach-Sieger dürfen sich die ersten 500.000 Dollar aus dem Millionen-Jackpot teilen. Für die Sechsfach-Sieger werden weitere 500.000 Dollar ausgeschüttet. Dafür sind aber ein weiterer Erfolg am 3. September beim Berliner ISTAF und ein Antreten beim World Athletics Final in Stuttgart (9./10. September) Pflicht.

Der schnellste Mann der Welt beherrschte die Konkurrenz trotz eines mäßigen Starts einmal mehr. Powell, der seinen Weltrekord von 2005 (9,77 Sekunden) heuer schon zwei Mal eingestellt hatte, blieb als einziger Sprinter unter 10 Sekunden und gewann sicher vor dem US-Duo Marcus Brunson (10,06) und Leonard Scott (10,11); Doppel- Europameister Francis Obikwelu (Portugal) musste sich zeitgleich mit Scott mit dem vierten Platz begnügen. Weltrekordlerin Defar wurde über 5000 Meter hinter Dibaba in 14:33,78 Zweite.

Jeremy Wariner (USA) sicherte sich als 400-m-Gewinner als vierter Athlet seinen Anteil am Jackpot. Der Olympiasieger und Weltmeister siegte im Van-Damme-Memorial vor 46.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion in 44,29 Sekunden. Herausragend waren auch die 19,79 Sekunden seines Landsmanns Tyson Gay über 200 Meter.

Zwei weitere Athleten bleiben nach dem jeweils vierten Sieg im Jackpot-Rennen: Weitspringer Irving Saladino (Panama) gewann mit 8,31 Meter, 5.000-m-Mann Kenenisa Bekele konnte seinen Weltrekord "auf Ansage" aber nicht die Tat umsetzen. In der Jahresweltbestzeit von 12:48,09 Minuten gewann der 24-jährige Äthiopier zwar souverän, blieb aber deutlich über seiner zwei Jahre alten Bestmarke (12:37,35).

"Ich habe nicht an den Jackpot gedacht, denn ich wollte einfach nur schnell laufen. Und nun ärgere ich mich über den Start", sagte Powell, der fast in den Blöcken sitzen geblieben war. "Ich war noch gar nicht bereit. Ich hörte nur 'fertig' und 'bumm'". Doch nach dem verschlafenen Start explodierte der schnellste Mann der Welt und beherrschte die Konkurrenz einmal mehr.

Saif Saaeed Shaheen aus Katar wollte über 3.000 Meter Hindernis seinen eigenen Weltrekord verbessern, verfehlte seine Top-Zeit in 8:04,32 Minuten schließlich aber um knapp 11 Sekunden.

Die 100 Meter Hürden gewann Weltmeisterin Michelle Perry aus den USA in 12,55 Sekunden vor Brigitte Foster-Hylton (Jamaika/12,71); Europameisterin Susanna Kallur aus Schweden wurde im Fotofinish in 12,72 Sekunden Vierte.
(apa/red)

26.8.2006 16:58