Mittwoch, 23. August 2006

Erste Tendenzen für ORF-Direktorenwahl:
"Breite Mehrheit" für Oberhauser & Lorenz

  • Probleme mit Haslitzer, Moosmann und Prantner
  • ORF-Stiftungsräte: "Sind das schon die Stärksten?"

Für die ORF-Direktorenwahl am 21. September zeichnet sich derzeit eine "breite Mehrheit" für den geplanten Informationsdirektor Oberhauser und den möglichen Programmdirektor Lorenz ab. Akzeptanzprobleme könnte es indes für Willy Haslitzer, der Hörfunkdirektor werden soll, für Peter Moosmann, als Technischer Direktor im Gespräch, sowie für den kolportierten Onlinedirektor Thomas Prantner geben.

"Ich weiß nicht, ob die Genannten schon das Gelbe vom Ei sind", so einer der 35 Stiftungsräte im Gespräch mit der APA. Seit der "Geschichte Lindner" - am Team der amtierenden ORF-Chefin schieden sich die Geister - werde der "Teamfrage sicher mehr Augenmerk geschenkt" und es stelle sich die Frage, "sind das schon die Stärksten, die zu finden sind". Es sei schon aus "politpädagogischen Gründen undenkbar", Partei- oder "Freundeskreis"-Empfehlungen eins zu eins zu übernehmen.

Die nachhaltigsten Zweifel gibt es unter Stiftungsräten gegenwärtig am Kärntner Programmchef Haslitzer. Dieser hatte mit offenherzigen Äußerungen für Aufsehen gesorgt, wonach er die Hoffnung auf den Posten des Hörfunkdirektors dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und BZÖ-Stiftungsrat Gert Seeber verdanke.

Auch der Umstand, dass neben Oberhauser und Haslitzer auch noch der kolportierte Onlinedirektor Thomas Prantner und damit die Hälfte des möglichen ORF-Direktoriums als BZÖ-kompatibel gilt, sorgt bei manchen für Irritationen.

Auf heftige Kritik in der technischen Belegschaft des ORF stößt der als Technischer Direktor gehandelte Peter Moosmann. Für Moosmann plädierten rund um die ORF-Wahl vor allem die zwei im Stiftungsrat stimmberechtigten SPÖ-Betriebsräte.(apa/red)

23.8.2006 16:09