Zweiter Koffer-Bombenleger geschnappt: Terror-Verdächtiger stellt sich im Libanon
- 20-Jähriger hat Anschläge in Deutschland geplant
- Fehlerhafte Bomben sind zum Glück nicht explodiert
·Deutschland: Terror- verdächtiger verhaftet
32-Jähriger Mann soll aus dem Libanon stammen
·Niederlande: Kein Anschlag geplant!
12 verdächtige Flugzeug- Passagiere entlastet
·Terror: Prokop gegen
"Panikreaktionen"
Ministerin will konkreten EU-Plan zur Flugsicherheit
·GRAFIK: Vereitelte Terroranschläge
Verheerende Pläne seit 11. September-Attentaten
Dreieinhalb Wochen nach den gescheiterten Anschlägen auf die Bahn in Deutschland sind die beiden mutmaßlichen Täter gefasst. Der zweite Gesuchte, der zuletzt in Köln wohnende 20 Jahre alte Jihad Hamad stellte sich im Libanon. Unterdessen haben Fahnder in der Kölner Wohnung Hamads beweiskräftige Spuren für die Beteiligung des Mannes an den geplanten Anschlägen gefunden.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe teilte mit, Hamad habe sich bei der Kriminalpolizei in Tripoli eingefunden. Er sei dort festgenommen worden. Der Bundesgerichtshof hatte am Vortag einen Haftbefehl erlassen. Die Generalbundesanwaltschaft will sich um Auslieferung des Mannes bemühen.
Der Mann soll mit dem bereits festgenommenen 21-jährigen Youssef Mohamad E. aus Kiel für zwei misslungene Bomben-Anschläge auf Regionalzüge nach Dortmund und Koblenz verantwortlich sein. "Der Beschuldigte steht im dringenden Verdacht, den "Bombentrolley" im Regionalzug RE 10121, der den Hauptbahnhof Köln um 12.51 Uhr verlassen hatte, deponiert zu haben", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Die Bomben waren nur wegen eines technischen Fehlers nicht detoniert.
Den beiden mutmaßlichen Bombenlegern wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ebenso vorgeworfen wie vielfacher versuchter Mord und die versuchte Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, wurden in der Wohnung des 20-Jährigen im Kölner Stadtteil Ehrenfeld Drähte, unfertige Zündvorrichtungen und Brandbeschleuniger entdeckt, wie sie zum Bau der beiden aufgefundenen Kofferbomben verwendet wurden.
Nach Angaben des Blattes gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden verdächtigen Libanesen die Sprengsätze in der Kölner Wohnung zusammengesetzt haben. Später hätten sie die beiden in Koffern verpackten Bomben in den Regionalzügen abgelegt, wo sie am 31. Juli in Dortmund und Koblenz gefunden worden waren. Eine offizielle Bestätigung des Zeitungsbericht blieb zunächst aus.
Hamads mutmaßlicher Komplize sitzt nach dpa-Informationen derzeit in Berlin-Moabit in Untersuchungshaft. Der Libanese war bereits am Samstag in Kiel gefasst worden und werde in der Außenstelle des Bundeskriminalamtes am Treptower Park verhört, hieß es.
(apa/red)
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