Fahndungserfolge in Deutschland: Weiterer Terrorverdächtiger in Oberhausen verhaftet
- 32-Jähriger Mann soll angeblich aus Libanon stammen
·Terror-Angst: Suche nach 2. Verdächtigem
Innenministerium warnt vor weiteren Anschlägen
·Terror: Prokop gegen
"Panikreaktionen"
Ministerin will konkreten EU-Plan zur Flugsicherheit
·GRAFIK: Vereitelte Terroranschläge
Verheerende Pläne seit 11. September-Attentaten
Fahnder haben im nordrhein-westfälischen Oberhausen offenbar einen weiteren Terror-Verdächtigen festgenommen. Augenzeugenberichten zufolge wurde in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Holten ein Mann abgeführt. Zunächst unbestätigten Informationen zufolge soll es sich um einen 32-jährigen Libanesen handeln. Vor dem dreistöckigen Haus befand sich ein starkes Polizeiaufgebot.
Nach Informationen des WDR gab es zudem in Mühlheim/Ruhr eine weitere Durchsuchung im Zusammenhang mit den gescheiterten Terroranschlägen auf zwei Nahverkehrszüge Ende Juli. In Köln-Ehrenfeld wurde ebenfalls eine Wohnung durchsucht.
Der erste mutmaßliche Täter, ein 21-jähriger Libanese, war in Kiel festgenommen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft.
Die Behörden hatten mit den Bildern von Video-Überwachungskameras nach zwei Männern gefahndet, die Ende Juli in zwei Regionalzügen in Nordrhein-Westfalen eine Koffer-Bombe deponiert haben sollen. Dank eines handwerklichen Fehlers waren die Sprengsätze nicht explodiert.
Bei der Suche nach dem Komplizen sowie Hintermännern des festgenommenen mutmaßlichen Bombenlegers zeigten die Spuren nach Deutschland sowie in den Libanon und weitere europäische Länder. Solange der zweite mutmaßliche Täter nicht gefasst sei, bestehe weiter die Gefahr eines Terroranschlags, sagte Ziercke. Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble sieht die Sicherheitslage weiter als ernst und Besorgnis erregend an.
In der politischen Debatte um Sicherheitsmaßnahmen mehrten sich die Warnungen vor überzogenem Aktionismus. Die Unionsforderung nach bewaffneten Zugbegleitern stieß auf breite Ablehnung bei Politikern und Experten. Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte den "Wettbewerb an täglich neuen Ideen zur Bekämpfung des Terrorismus" als wenig zielführend. Vor allem brauche die Polizei mehr Personal.
Bombenleger in Türkei abgesetzt
Die beiden aus dem Libanon stammenden mutmaßlichen Bombenleger von Köln haben sich laut einem Pressebericht nur Stunden nach ihrem versuchten Anschlag mit einem Flugzeug nach Istanbul abgesetzt. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt unter Berufung auf Ermittlungsbehörden, zumindest Jihad H. soll von dort aus in den Nahen Osten weitergeflogen sein. Dort solle sich der Verdächtige immer noch aufhalten.
Die Namen von Jihad H. und Youssef Mohamad E. hätten sich auf der Passagierliste eines Fluges nach Istanbul befunden, der noch am Abend des 31. Juli Deutschland verließ. Warum der Youssef Mohamad E. nach Deutschland zurückgekehrt sei, sei unklar.
(apa/red)
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