US-Regierung bestätigt: Wir untersuchen Streubomben-Einsatz Israels im Libanon
- Untersuchung nach mehreren Berichten von NGOs
Die USA untersuchen, ob Israel im Libanon-Krieg US-gefertigten Streubomben gegen Zivilisten eingesetzt und damit gegen die Lieferbedingungen verstoßen hat. US-Außenamtssprecher Gonzalo Gallegos bestätigte einen Bericht der "New York Times", dass das Ministerium entsprechenden Vorwürfen nachgehe. Sobald geklärt sei, dass die Bomben zum Einsatz gekommen seien, werde geprüft, wie und gegen welche Ziele sie verwendet worden seien, sagte er.
Auslöser der Untersuchung waren Gallegos zufolge Berichte von Nichtregierungsorganisationen. Laut dem Zeitungsbericht wurden im Südlibanon drei Arten von Streubomben aus US-Produktion entdeckt, denen auch Zivilisten zum Opfer fielen. Welche Sanktionen Israel bei einer Bestätigung der Vorwürfe drohen könnten, ließ der Sprecher offen. Nach seinen Worten dürfte die Untersuchung "eher früher als später" abgeschlossen werden.
Die "New York Times" zitierte ungenannte ehemalige und derzeitige US-Vertreter mit der Einschätzung, dass die Untersuchung vor allem die Regierung von Präsident George W. Bush vor Kritik aus der arabischen Welt an seiner Unterstützung Israels schützen solle. Dass es Folgen für Israel geben werde, bezweifelten sie.
Israel hat erklärt, es setze Streubomben nur in Einklang mit dem Völkerrecht ein. Ein UN-Minenräum-Spezialist hatte Reuters gesagt, Israel habe auf mindestens 170 Dörfer im Libanon Streubomben abgeworfen. Dabei habe es entgegen dem Völkerrecht absichtlich bewohnte Gebiete angegriffen. (apa)
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