Israel wütend nach Libanon-Krieg: Große Mehrheit wünscht sich Rücktritt von Olmert
- Verbitterung über Regierungs- und Armeespitze
- Zustimmungswerte seit Start des Feldzugs gesunken
·Kommt Untersuchung
des Libanon-Krieges?
Ehud Olmert beugt sich lauter werdender Kritik
·Israel gibt Fehler im Libanon-Krieg zu
Nicht ausreichend auf Kampfeinsatz vorbereitet
·Amnesty wirft Israel Kriegsverbrechen vor
Vorsätzliche Angriffe auf die zivile Infrastruktur
63 Prozent der Israelis wünschen nach dem für sie enttäuschenden Verlauf der fünfwöchigen Libanon-Militäroffensive, dass Ministerpräsident Ehud Olmert von seinem Amt zurücktreten möge. Das ist das von der Tageszeitung "Yedioth Ahronoth" veröffentlichte Ergebnis einer jüngsten Meinungsumfrage.
Sogar 74 Prozent würden die Demission von Verteidigungsminister Amir Peretz erwarten, wie die Umfrage ergab. 54 Prozent der Befragten treten für die Ablösung von Generalstabschef Dan Halutz ein.
Zu Beginn des Libanon-Feldzugs Mitte Juli hatten Olmert und Peretz in Umfragen Zustimmungswerte von 75 beziehungsweise 65 Prozent.
74 Prozent der Befragten missbilligen in der Umfrage die Amtsführung des israelischen Regierungschefs Ehud Olmert, nur 26 Prozent befinden sie für gut. Die Erhebung zeigt eine erhebliche Stärkung der Rechtsopposition. Demnach könnte der Likud-Block unter der Führung von Ex-Premier Benjamin Netanyahu derzeit bei Knesset-Wahlen von zwölf auf 20 Mandate, die Rechtsaußenpartei "Israel Beiteinu" (Unser Haus Israel) der russischen Einwanderer unter Avigdor Lieberman von elf auf 17 Mandate zulegen.
Die Fraktion von Olmerts Kadima-Partei würde von 29 auf 17 Abgeordnete schrumpfen, ihr Hauptkoalitionspartner, die Arbeiterpartei von Amir Peretz, verlöre acht ihrer jetzt 19 Mandate, fänden gegenwärtig in Israel Parlamentswahlen statt.
(apa/red)
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