Samstag, 2. September 2006

Beitrag wird aufgestockt: Frankreich will rund 2.000 Soldaten in den Libanon schicken

  • Auch weiterhin zu Führung der UNIFIL-Truppen bereit
  • US-Präsident Bush begrüßt Zusage von Frankreich

Kurz vor der Sondersitzung der EU-Außenminister zum Nahost-Einsatz hat Frankreichs Präsident Jacques Chirac eine deutlich größere Beteiligung seines Landes an der internationalen Libanon-Truppe zugesagt. Bis zu 1.600 zusätzliche Soldaten würden abkommandier. Das gesamte französische Kontingent wird damit auf 2.000 Soldaten steigen.

Frankreich werde zwei zusätzliche Brigaden zu je 800 Soldaten entsenden, sagte Chirac in einer Fernsehansprache. Er fügte hinzu: "Frankreich ist bereit, wenn die UNO dies wünscht, das Kommando über die Truppe weiter zu führen".

Auch Italien hatte sich bereit erklärt, die Führung der UNIFIL zu übernehmen und will dazu bis zu 3.000 Mann entsenden. Die Entscheidung sei gefallen, nachdem die UNO, Israel und der Libanon die "notwendigen Klarstellungen" für die Stationierung der Truppe gegeben hätten, sagte Chirac. Der Präsident forderte auch die anderen Staaten im UNO-Sicherheitsrat dazu auf, dem französischen Beispiel zu folgen. Zahlreiche europäische Staaten sowie moslemische Länder in Asien würden dies tun, sagte er.

Mit der deutlichen Aufstockung des Beitrags gegenüber den zunächst in Aussicht gestellten 200 Mann kommt Chirac den Wünschen von Annan und der libanesischen Regierung nach, die ein stärkeres Engagement der Franzosen gefordert hatten. Frankreich hatte zuletzt - zur Enttäuschung der UNO - lediglich eine Verdoppelung seines derzeitigen Kontingents auf 400 Soldaten angeboten, obwohl das Land zunächst als Führungsnation mit einem Beitrag von bis zu 5.000 Einsatzkräften im Gespräch gewesen war. Nach UNO sicherte Frankreich zu, dass seine Soldaten sich in vollem Umfang verteidigen dürfen, wenn sie angegriffen werden. Auch dürfen sie unter Einsatz von Waffengewalt Zivilisten schützen.

US-Präsident George W. Bush begrüßte Frankreichs Zusage für eine Aufstockung seines Kontingents der erweiterten UNO-Truppe im Libanon auf insgesamt 2.000 Mann. Zugleich rief Bush dazu auf, die UNO-Truppe so schnell wie möglich im Libanon zu stationieren, wie seine Sprecherin mitteilte. Chirac hatte zuvor in einer Fernsehansprache außerdem angekündigt, sein Land sei bereit, die Führung der Truppe zu übernehmen. Nach der Verabschiedung der Resolution 1701 zur Stationierung weiterer Blauhelmsoldaten im Libanon hatte Frankreich zunächst nur 200 Soldaten zusätzlich zugesagt.

(apa/red)

2.9.2006 08:10