Beginnt neuer Rüstungswettlauf? Russland erwägt Bau von Atom-Mittelstreckenraketen
- Militär: INF-Vertrag mit USA wäre einseitig kündbar
- USA und Russland haben alle alten Modelle vernichtet
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Das russische Militär schließt eine neue Stationierung der seit 1987 verbotenen nuklearen Mittelstreckenraketen nicht aus. "Wenn sich die Notwendigkeit ergibt, kann Russland den INF-Vertrag (über die Abschaffung nuklearer Kurz- und Mittelstreckensysteme) einseitig kündigen", sagte ein namentlich nicht genannter Vertreter des Verteidigungsministeriums den Agenturen Interfax und Itar-Tass am. Vorbild dafür könnte der einseitige Ausstieg der USA aus dem ABM-Vertrag zur Begrenzung der Raketenabwehrsystemen 2001 sein, hieß es.
Gemäß dem INF-Vertrag von 1987 hatten die USA und die damalige Sowjetunion alle ihre nuklearen Kurz- und Mittelstreckenraketen bis 1991 vernichtet. "In 20 oder 30 Jahren werden Fidschi-Inseln oder wer auch immer Mittelstreckenraketen haben, nur Russland und die USA nicht, weil sie sich an den Vertrag halten", sagte der Offizier.
Der Hintergrund der Äußerungen war zunächst nicht klar. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in seiner Jahresrede vor dem Parlament im Juni eigentlich vor einem neuen Rüstungswettlauf gewarnt und weitere Kontrollabkommen gefordert. Dagegen sagte der Offizier, weder Russland noch die USA seien an weiteren Verträgen über nukleare Abrüstung interessiert. (apa/red)
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