Donnerstag, 24. August 2006

Blutiger Tag im Irak: Bombenanschläge und Überfälle fordern 14 Todesopfer

  • Auch zwei US-Soldaten ums Leben gekommen
  • US-General: Sicherheitslage in Bagdad deutlich besser

Bombenanschläge und Überfälle haben am Donnerstag erneut mindestens 14 Iraker das Leben gekostet. Drei irakische Soldaten wurden getötet, als ihr Fahrzeug in Buhris, rund 60 Kilometer nördlich von Bagdad, auf eine Bombe fuhr. In Bakuba nordöstlich der Hauptstadt kamen bei einer Explosion drei Polizisten ums Leben. Sie hatten sich einem Wagen genähert, in dem eine Leiche gelegen haben soll.

Südlich von Bagdad explodierte in Jirf al Melih eine Bombe und tötete einen Polizisten. Vier weitere wurden verletzt, wie die Behörden erklärten. In Bagdader Stadtteil Mashtal kamen bei der Explosion einer Autobombe zwei Passanten ums Leben, fünf erlitten Verletzungen. Die Detonation ereignete sich rund 100 von einer Polizeiwache entfernt. Ein weiteres geparktes Auto explodierte im sunnitisch dominierten Stadtteil Asamiyah und tötete zwei Passanten. Ebenfalls in Asamiyah eröffneten Aufständische das Feuer auf eine Polizeipatrouille und töteten einen Beamten. Im Nordirak wurden zwei Zivilpersonen aus einem fahrenden Auto heraus erschossen.

Die Gewalt kostete auch zwei US-Soldaten das Leben. Einer von ihnen wurde bei einer Bombenexplosion südlich von Bagdad getötet. Einen Tag zuvor war in derselben Region ein Soldat während einer Razzia ums Leben gekommen.

In Nasiriya im Süden des Landes stürmte die Polizei ein Haus und befreite einen vier Tage zuvor verschleppten Zivilisten. Zwei mutmaßliche Entführer wurden festgenommen. Sie hatten ein Lösegeld für den Mann gefordert, wie die Polizei erklärte.

Ein ranghoher US-General warf der iranischen Regierung vor, schiitische Extremisten im Irak zu unterstützen. Teheran betreibe eine Politik der Destabilisierung und fördere die Gewalt im Nachbarland, sagte Brigadegeneral Michael Barbero am Mittwoch in Washington. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass der Iran für die Ausbildung, Finanzierung und Ausrüstung extremistischer Gruppen im schiitischen Lager verantwortlich sei, sagte Barbero. Bisher hatte es das Pentagon vermieden, der Regierung im Iran eine Mitschuld an Anschlägen schiitischer Extremisten im Irak zu geben.

Der Oberkommandierende der US-Truppen im Nahen Osten sieht in der irakischen Hauptstadt Bagdad große Fortschritte bei der Sicherheitslage. Die Verbesserungen seien auf eine Verstärkung des US-Einsatzes in Bagdad zurückzuführen, sagte General John Abizaid am Donnerstag am Rande eines Treffens mit dem US-Oberkommandierenden im Irak, General John Casey. "Wir sind sehr optimistisch, dass sich die Situation stabilisieren wird."

Medienberichte, nach denen er zu Beginn des Monats vor dem US-Senat ein düsteres Bild von der Sicherheitslage im Irak gezeichnet hatte, wies er zurück. Seine Äußerungen seien falsch wiedergegeben worden. "Ich sagte nie, dass der Irak am Rande eines Bürgerkriegs steht." Vielmehr glaube er, dass lediglich die Gefahr eines Bürgerkriegs bestehe. Er sei jedoch der Ansicht, dass das Land weit davon entfernt sei. (apa/red)

24.8.2006 16:04