Freitag, 25. August 2006

Nachbarn erinnern sich an Entführer: "Die Priklopils waren total unauffällige Leute"

  • Kaum Kontakt zu anderen Parteien im Gemeindebau
  • "Es hat hier nie irgendwelche Skandale gegeben"

Der Wiener Gemeindebau, in dem Waltraud Priklopil, die Mutter des Entftührers von Natascha Kampusch lebt, wird von jeder Menge Journalisten belagert. Die Frau selbst ist dort nicht anzutreffen, auch die Nachbarn waren - bis auf wenige Ausnahmen - nicht zu einer Stellungnahme bereit. Lediglich der 32-jährige Thomas Bulant, der einige Stockwerke über Waltraud Priklopil wohnt, erinnerte sich an die Familie, die nur aus Mutter und Sohn bestand.

Einen Vater, sagte der Mann, habe er eigentlich nie gesehen. "Ich hab nur gehört, dass er vor 20 Jahren gestorben sein soll." Kontakt zu dem Entführer hatte er kaum: "Wenn ich ihm im Aufzug begegnet bin, hab ich gegrüßt." Sonst gab es keinerlei Kontakt. Auch zur Mutter nicht. "Ich wüsste auch nicht, dass er zu anderen Hausparteien Kontakt gehabt hat", so Bulant.

Das gesamte Haus sei ein sehr ruhiges, sagt der 32-Jährige. "Ich bin dort aufgewachsen, es hat nie irgendwelche Skandale gegeben." Einmal sei die Polizei gekommen, wegen irgendeiner Alkoholgeschichte - nicht zu den Priklopils. "Aber das ist auch schon 17 Jahre her." Mutter und Sohn hätten sich demnach sehr gut in die Hausgemeinschaft eingefügt. "Das waren total unauffällige Leute."

Wenn sich Thomas Bulant an seinen zu trauriger Berühmtheit gelangten Nachbarn erinnert, fällt ihm der Fernseh-Detektiv Matula ein: "Genauso ein Typ war das. Der hat sich mit den Jahren auch kaum verändert, auch seine Frisur, dieser Seitenscheitel, war immer der selbe." (apa/red)

25.8.2006 16:12