Haider stellt bei BZÖ-Wahlkampfauftakt
klar: "Wir wollen keinen linken Kanzler!"
- Kärntner LH warnt in Lannach vor Großer Koalition
- Rundumschlag Westenthalers gegen alle Parteien
·MITSTIMMEN: Die Online-Sonntagsfrage
Welcher Partei werden Sie Ihre Stimme geben?
·Noch unentschlossen,
wen Sie wählen sollen?
Politikkabine.at: Hilfe für die Wahlen im Burgenland
·Sagen Sie uns Ihre Meinung zur Regierung
Mitreden: Was halten Sie von Gusenbauer & Co?
·Das prognostizierten die Meinungsforscher
KLICKEN: Alle Umfragen im Vorfeld der Wahlen
Das BZÖ startete im steirischen Lannach in den Intensiv-Wahlkampf. Bündnis-Vater Jörg Haider hielt eine für seine Verhältnisse relativ kurze Rede. "Wofür steht das BZÖ eigentlich?", fragte sich Haider selbst und antwortete prompt: "Für freiheitliche Politik im klassischen Sinne."
"Wir werden uns bemühen, dass wird dir ein ordentliches Ergebnis bescheren", ließ der BZÖ-Gründer und mittlerweile nur mehr Kärntner Landeshauptmann dem neuen Bündnischef Peter Westenthaler ausrichten.
Wer diesem Vorhaben im Weg stehen könnte, wurde auch klar gemacht: Die SPÖ. "Wir wollen weder einen linken Bundeskanzler, noch ein linkes Österreich, noch eine große Koalition", rief Haider dem Publikum zu. Die Weichen dorthin würden bereits gestellt sein, lautete die Warnung. Und während die SPÖ "versucht, die eigene Vergangenheit zu bewältigen", so der Schuss in Richtung ÖGB und Bawag, wolle das BZÖ stattdessen aufklären,
Auch eine Bilanz der orangen - wie vormals blauen - Leistungen seit Eintritt in die Regierung wurde in die Erinnerung der Fans gerufen: "Abfertigung für alle" oder "Schwerarbeiterregelung" lauteten die Stichworte, nie sei man als kleiner Koalitionspartner vom eigenen Kurs abgewichen, die Mitsprache habe man sich erkämpft, so Haider.
Das Kinderbetreuungsgeld ist wirklich unser Kind", versuchte sich Haider von der ÖVP zu emanzipieren. Auch das strenge Asylgesetz habe erst ermöglicht, jene Tschetschenen wieder "dem Bund zurückgegeben", die vor weniger Zeit in Klagenfurt durch eine Schlägerei Aufsehen erregt hatten. An dieser Stelle gab es sogar Bravo-Rufe.
Auch gegen eventuellen orangen Pessimismus, geschürt durch die Erfahrung mit Umfrageergebnissen ("Ich kann euch sagen, sie werden schlecht sein"), hatte Haider ein Rezept parat - und bemühte erneut das Kärntner Modell. Dort habe man vor der Landtagswahl prognostiziert bekommen, sechs Prozent hinter der SPÖ zu liegen, am Wahltag habe dies genau umgekehrt ausgesehen. Da blieb nicht viel mehr übrig als ein eindeutiger Gruß zum Abgang: "Glück auf der Bewegung, Glück auf dem BZÖ und den Freiheitlichen."
Rundumschlag Westenthalers
Zu einem Rundumschlag gegen SPÖ, Grüne und Hans-Peter Martin wurde die Rede von BZÖ-Spitzenkandidat Peter Westenthaler anlässlich des Wahlkampfauftaktes in Lannach bei Graz. Und auch der Koalitionspartner bekam sein Fett ab: Westenthaler sprach von der "einen oder anderen Schwachstelle" im schwarzen Team und meinte damit etwa Innenministerin Liese Prokop, die kein Problem mit Ausländern oder Kriminalität habe. Folgerichtiger Wunsch für die Zeit nach der Wahl: Ein orange besetztes Innenministerium.
Musikalisch eingeführt wurde der orange Spitzenkandidat, der im Wahlkampf als weißes Hündchen "Westi" vermarktet wird, mit "Eye of the Tiger" - ein Hit aus den Achtzigern der Gruppe Survivor. Um sich gleich als erstes auf die SPÖ und deren Wahlkampfauftakt in Wien zu stürzen. Mann hätte Lieder aus dem vorigen Jahrtausend gespielt, kritisierte Westenthaler. Einzig passend: Der Gefangenenchor aus der Oper Nabucco, der zum ÖGB-Skandal passe, "das war ehrlich", so Westenthaler.
Auch die eigene Identität galt es zu bestärken: "Namen und Farben können wechseln, aber die Leidenschaft und das Feuer für unsere Bewegung, die war immer da", meinte Westenthaler und holte zum Schlag gegen die FPÖ unter Heinz-Christian Strache aus. Dort kuschele man nun in der Namensfrage zusammen mit "linken Experten". Außerdem: "Ein Freiheitlicher, der sich eine große Koalition unter einem roten Bundeskanzler zurückwünscht, übt Verrat an der Sache."
Nächstes Ziel: Der ORF, dessen "Duo des Schreckens", Noch-Generaldirektorin Monika Lindner und TV-Chefredakteur Werner Mück, nun abgewählt worden sei. Rache dafür habe man bei seinem Sommergespräch mit Gabi Waldner nehmen wollen, Mück habe ihm eine "Stechmücke" hingesetzt, doch: "Wir haben das Match klar gewonnen.
Als Sachthema riss der BZÖ-Chef die Ausländerlinie seiner Partei an, man wolle nicht "Ausländer raus" brüllen, sondern differenzieren. An den Wiener Bürgermeister Michael Häupl - in seiner Stadt müsse man bereits Schutzgeld am Spielplatz zahlen - richtete er die Botschaft: "Nehmen Sie sich ein Beispiel an Kärnten und fahren Sie ab mit diesem Gesindel!"
Auch der ÖGB durfte nicht unerwähnt bleiben, dieser sei an den Rand des Ruins geführt worden, "und jetzt kommt der Herr Gusenbauer daher und sagt '500 Euro für alle'", wetterte Westenthaler. Im Zusammenhang mit den Grünen warnte er vor einer "linken Anarchie", "willst du Van der Bellen retten, schenk ihm ein Packerl Zigaretten", machte er sich noch einen Reim auf den Grünen Bundessprecher.
Wenig übrig hat Westenthaler auch für Hans-Peter Martin: "Österreich sollte wissen, dass Hans-Peter Martin nur für eines steht und das ist Hans-Peter Martin." Und auch um ein weiteres aktuelles Thema kam der BZÖ-Chef nicht herum: Natascha Kampusch. "Wer sich an unseren Kindern vergeht, soll lebenslang weggesperrt werden", so Westenthaler.
Da galt es nur noch das Wahlziel zu formulieren: "Es geht nicht um Einzug oder Nicht-Einzug, sondern darum, dass wir 'sieben plus' machen und so stark werden, dass man nicht an uns vorbeikommt." Das wirkte, der BZÖ-Chef wurde auf den Schultern seiner Fans aus der Halle getragen.
SPÖ: Jede Stimme für BZÖ "verloren"
SP-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos kritisierte, dass der Unterschied zwischen den beiden freiheitlichen Parteien "so gut wie nicht auszumachen" sei. "Auch noch so pompöse Inszenierungen und fortgesetzte Schimpf-Kanonaden können nichts daran ändern, dass jede Stimme für das BZÖ eine verlorene Stimme ist", so Darabos. Das BZÖ sei mitverantwortlich für Rekordarbeitslosigkeit, Pflegenotstand und Bildungs-Misere und könne "den längst fälligen Kurswechsel" nicht zu Stande bringen.
(apa/red)
Syrien14:01
Annan trifft AssadUNO-Sondergesandter spricht mit dem Präsidenten. Auch Treffen mit Opposition.
Wahl in Ägypten13:31
Heftige ProtesteDemonstranten am Tahir-Platz. Feuerangriff auf Wahlkampfzentrale von Shafik.
Platter trifft David Alaba15:21
Platter blamiert sichLandeshauptmann mit Aha-Erlebnis bei David Alaba: "Sie können ruhig Deutsch mit mir reden"
