Bei inoffiziellem BZÖ-Wahlkampfauftakt: Haider befürchtet "Bassena-Wahlkampf"
- Ein oder zwei orange Grundmandate als Ziel gesteckt
- Spekulation über "Bawag-Rückflüsse in SPÖ-Kassen"
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Optimismus war das Motto der Kärntner BZÖ-Kandidaten am Donnerstagabend bei einem inoffiziellen Wahlkampfauftakt der Orangen in St. Veit/Glan. Landeshauptmann Jörg Haider schwor die Funktionäre auf den Intensivwahlkampf ein. Mehrfach betonte er die "enorme Bedeutung", die dem Urnengang am 1. Oktober zukomme. Er befürchte allerdings, dass es einen "primitiven Wahlkampf" geben werde, die anderen Parteien würden einen "Bassena-Wahlkampf" führen. Kärnten müsse "ein Grundmandat oder zwei schaffen", so Haider.
300 Gäste waren zur Präsentation der Kärntner BZÖ-Kandidaten für die Nationalratswahl am 1. Oktober im Rathaushof von St. Veit/Glan gekommen. Sie erlebten eine einstündige Rede Haiders, in der er die Leistungen der Orangen in der Bundesregierung betonte und der Ausländer- und Asylpolitik breiten Raum widmete. Das Ortstafel-Thema und die EU durften ebenso wenig fehlen wie der Bawag-Skandal und die Krise des ÖGB. Der Verdacht erhärte sich massiv, dass es aus den Bawag-Spekulationen "Rückflüsse in die SPÖ-Kassen" gegeben habe, behauptete Haider. Es sei sehr eigenartig, dass die SPÖ urplötzlich in der Lage gewesen sei, "Hunderte Millionen an Schulden zu tilgen". Da sei es durchaus möglich, dass man noch den Beweis dafür erbringen könne, kündigte Haider an.
Haider präsentierte sich als Kämpfer gegen alle, denn die anderen Parteien würden gemeinsam gegen das BZÖ arbeiten. Rote, Schwarze, Grüne und Blaue würden sich gegen das BZÖ verbünden. Kein gutes Haar ließ Haider an der Kärntner SPÖ-Chefin Gaby Schaunig, auch FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache geriet ins Kreuzfeuer. Er wurde als gesinnungsloser "Leichtmatrose" bezeichnet, der "gar nicht weiß, wer er ist".
Sich selbst präsentierte Haider als ein seit 30 Jahren verfolgter und angefeindeter Politiker. Die Ursache liege darin, dass er "das tut, was das Volk will". Seine Vorschläge seien stets zurückgewiesen worden, im Nachhinein habe er aber immer Recht behalten. Die Palette reiche vom EU-Beitritt über die Euro-Einführung bis hin zur Ausländer- und Asylpolitik.
Vor Haiders Auftritt rühmte Spitzenkandidat Abg. Josef Bucher die Leistungen seiner Partei in der abgelaufenen Legislaturperiode. Man habe dieses Land gestaltet und nicht verwaltet wie SPÖ und ÖVP. Die Steuerreform sei "das gestalterische Element" Jörg Haiders gewesen, der diese durchgesetzt habe. Listenzweiter Uwe Scheuch betonte, das Land sei "viel zu schade, um es den Roten und Schwarzen zu überlassen". Das BZÖ sei stärker denn je, es sei gelungen, in allen Bundesländern gute Kandidaten aufzustellen, mit Peter Westenthaler sei "zusätzlicher Dampf" gemacht worden. Man versuche, den Wahlkampf "parallel zu führen", bundesweit werde man auf Westenthaler setzen, in Kärnten werde es eine separate Kampagne geben, so Scheuch. (apa/red)
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