Mittwoch, 23. August 2006

Millionenschmuggel entdeckt: 38.500 Paar gefälschte Sportschuhe in Oö. sichergestellt

  • Waren für den Markt in Großbritannien bestimmt
  • Marktwert liegt insgesamt bei 5,7 Millionen Euro

Oberösterreichische Sicherheitsbehörden haben 38.500 Paare gefälschte Sportschuhe der Marke "Nike" sichergestellt. Sie sollten in vier Lkw durch Österreich nach Großbritannien transportiert werden und haben einen Marktwert von 5,7 Mio. Euro. Das gab die Sicherheitsdirektion Oberösterreich am Mittwoch bekannt.

Auf die Spur der Fälschungen waren Beamte der Suchtgiftgruppe und der Einsatzgruppe gegen Straßenkriminalität (EGS) bei einer Verkehrskontrolle am Freitag vergangener Woche in Unterweitersdorf im Bezirk Urfahr-Umgebung gekommen, bei der sie nach Suchtgift suchten. Sie stoppten zwei verdächtige Lkw. Der Einsatz eines Spürhundes, der nach Drogen suchen sollte, brachte nichts. Beim dem Öffnen der Kartons entdeckten die Beamten zu Beginn nur minderwertige Sportschuhe.

Die Polizisten suchten aber weiter. So stießen sie auf nagelneue Nike-Schuhe in "Originalverpackung" - insgesamt 18.500 Paare. Ein Mitarbeiter der Firma wurde beigezogen. Dieser begutachtete die Ladung und stellte fest, dass es sich um ausgezeichnete Fälschungen der Marke handelte. Als "echt" verkauft, hätten sie einen Marktwert von rund 2,7 Mio. Euro.

Die Ermittler fanden heraus, dass noch weitere Transporte zu erwarten waren. Am vergangenen Montag wurden noch einmal zwei Lkw mit Fälschungen abgefangen. Diesmal mit 20.000 Schuhpaaren mit einem Marktwert von drei Mio. Euro. Die Ware stammt vermutlich aus Asien und war für Großbritannien bestimmt. Die Fahrzeuge kamen aus Ungarn, ihre Fahrtroute ist noch nicht geklärt. Die österreichische Spedition, die die versiegelten Sattelaufleger zum Transport übernommen hat sowie die dazu eingesetzten Fahrer, wussten laut Ermittler von dem brisanten Inhalt nichts. Derzeit wird der Auftraggeber gesucht. (apa/red)

23.8.2006 16:07