Montag, 14. August 2006

Die Reiseindustrie gewöhnt sich an alles:
Terrorangst wird keine Verluste bringen

  • Reisebranche reagiert inzwischen immer flexibeler
  • Sicherheitsbestimmungen könne zu Problemen führen

Trotz Terrorangst erwartet die Tourismusindustrie keinen starken Einbruch der Buchungszahlen in der Reisebranche. Im Moment haben wir noch keine katastrophale Welle von Stornierungen", sagte der Präsident des Weltreise- und Tourismusrats (WTTC), Jean-Claude Baumgarten, der Nachrichtenagentur AFP in Paris.

"Die Reiseindustrie erholt sich zusehends schneller", sagte Baumgarten. "Nach dem 11. September waren drei Jahre nötig, um aus dem Tal zu kommen. Nach den Anschlägen von London vom Juli 2005 war die Situation nach drei oder vier Monaten wieder normal. Es gibt eine Gewöhnung an das Risiko." Die Reisebranche und die Kunden reagierten inzwischen flexibel. "Wenn eine Region weniger sicher erscheint, gibt es Ersatzprodukte. Der Tsunami war dafür ein perfektes Beispiel: Der Verkehr hat nicht nachgelassen, es hat lediglich geografische Verschiebungen gegeben."

Nichts darf mehr mit
Für die Reisenden bedeuteten die nun "drakonischen Sicherheitsbestimmungen" bei Transatlantik-Flügen allerdings weitere Beschränkungen, sagte Baumgarten. Sie müssten längere Check-in- und Abfertigungszeiten hinnehmen. "Von Großbritannien aus darf man praktisch nichts mehr mit in die Kabine nehmen: kein Buch, keinen Computer, kein Telefon", sagte der WTTC-Präsident. "Das trifft besonders die Heerscharen von Geschäftsleuten, die ihren Koffer bei sich behalten und schnell den Flughafen verlassen wollen."

Gepäckprobleme sind vorprogrammiert
Auch für die Airlines steige der Aufwand, weil durch verstärkte Sicherheitskontrollen beim Gepäck mehr Personal nötig sei. Folge des Verbots von Handgepäck in der Kabine und Engpässen bei der Abfertigung bei Flügen von oder über Großbritannien könne auch sein, dass mehr Gepäck fehlgeleitet werde.
(APA/red)

14.8.2006 11:04