ORF-Wahl: Die Schlacht um den ORF

SP-Wrabetz Favorit, ÖVP ohne Mehrheit für Lindner: Kanzler steigt in den Ring, um Schwarzfunk zu halten.
"Ich drücke dir die Daumen, sprechen ihm die einen Mut zu. Ich gratuliere, freuen sich die anderen. An diesem Dienstagabend in einem Kaffeehaus in der Wiener Innenstadt zwei Tage vor der ORF-Generaldirektorenwahl läutet das Mobiltelefon des kaufmännischen Direktors des ORF beinah im Minutentakt. Der überraschende Favorit um den ORF-Chefposten wirkt denn auch ganz ruhig, regelrecht gelassen. Kein Wunder: Immerhin hat er nicht nur die so genannte Regenbogenkoalition aus SPÖ, Grün, BZÖ und FPÖ an diesem Dienstag hinter sich, sondern selbst Unterstützer aus dem bürgerlichen Lager. Im NEWS-Interview freut er sich jedenfalls über die breite Unterstützung von Stiftungsräten und Mitarbeitern des Hauses. Er sei ein großes Risiko eingegangen, das wisse er, aber es habe sich jedenfalls ausgezahlt, weil es den ORF-Mitarbeitern und der Öffentlichkeit zeigt, dass man das Unmögliche wagen kann. Und vor allem, dass nicht alles vorbestimmt ist.
Die Gemütslage seiner bisherigen Chefin, Monika Lindner, war an diesem Dienstag hingegen alles andere als entspannt. Zu Mittag hieß es gar, die Generaldirektorin würde wegen Aussichtslosigkeit, am Donnerstag wiedergewählt zu werden von sich aus schon das Handtuch werfen. Lindners ORF-Sprecher, Günther Kallinger, dementierte freilich gegenüber NEWS umgehend: Schwachsinn. Sie hat keinen Grund zu resignieren. Im Gegenteil!
Vertraute der Generalin berichten allerdings, dass sie bereits am Wochenende alles hinschmeißen wollte, dass sie von diversen politischen Weggefährten enttäuscht sei, weil manche in der ÖVP in den vergangenen Wochen nicht mehr zu ihr gestanden seien.
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