Mittwoch, 16. August 2006

Wahlkampf brutal: Duell um den Kanzler! SP-Chef Gusenbauer attackiert Schüssel frontal

  • Gusenbauer: ‚Kanzler Schüssel ist abgehoben und sagt die Unwahrheit‘. Die ÖVP schießt zurück.

"Gott sei Dank ist der ORF nicht entparteipolitisiert“, sagt der eine, der amtierende Bundeskanzler. „Wolfgang Schüssel agiert immer unverfrorener“, meint hingegen der andere, SP-Chef Alfred Gusenbauer.

Sechseinhalb Wochen vor der „Mutter aller Wahlschlachten“, der Nationalratswahl, ist zwischen Rot und Schwarz ein eiskalter Poker um die Macht im ORF ausgebrochen.

Gewinnt der derzeitige kaufmännische Direktor des ORF, Alexander Wrabetz, gegen Schüssels Kandidatin Monika Lindner den Kampf um den Posten des ORF-Generaldirektors, wäre dies die erste empfindliche Niederlage für den Bundeskanzler seit Jahren. Dann würde die ÖVP-Wahlkampfmaschinerie mit härteren Bandagen und auch versteckten Fouls gegen die SPÖ in den kommenden Tagen losrollen.

Für den seit der Bawag-Affäre angeschlagenen SPÖ-Chef wäre die Wahl von Wrabetz hingegen der Stoff, aus dem rote Träume gestrickt sind. Dann würden sich die roten Reihen hinter ihm wieder schließen und seine verunsicherten Funktionäre wieder daran glauben, dass ihr „Gusi“ Schüssel auch bei der Nationalratswahl schlagen könne. Dass ihr „Alfred“ doch noch Kanzler werden könne.

ORF als Vorentscheidung. Dann wären schließlich auch unangenehme ÖVP-Diskussionen über die „verpatzte schwarze ORF-Strategie“ mitten im Wahlkampf programmiert, hofft zumindest ein roter Stratege. Dann würde der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll „zumindest ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer öffentlich kritisieren“, befürchtet auch ein ÖVP-Grande. Die ORF-Wahl wird damit von Rot wie Schwarz zur dramatischen Vorentscheidung im Kanzlerrennen stilisiert.

16.8.2006 17:08