Mittwoch, 16. August 2006

Verkehr: Streitfall Tempo 100

  • Tempo 100: 59 Prozent lehnen 100-km/h-Limit ab
  • Doch: Tempo 160 ist noch unbeliebter.

Eine klare Mehrheit der Österreicher ist gegen die generelle Einführung von Tempo 100 auf den Autobahnen. Der Politstreit darüber wird härter.

Bei kaum einem anderen Thema gehen die Wogen derzeit so hoch wie bei der Streitfrage, ob nach dem Vorbild des oberösterreichischen Umweltlandesrates Rudi Anschober (Grüne) Tempo 100 flächendeckend auf Österreichs Autobahnen eingeführt werden soll.

Bei Befürwortern wie Gegnern bleibt kein Auge trocken, wenn es darum geht, den jeweiligen Gegner auszubremsen. Tempo-100-Gegner seien „blind und taub“, behaupten etwa die Tiroler Grünen und argumentieren, dass die Zahl jener Kinder, die einschlägige Atemwegserkrankungen erleiden, förmlich explodiere. Umgekehrt wird den Grünen ideologisch bedingter Autofahrerhass vorgeworfen. Österreichs Freizeitpiloten sind polarisiert wie nie zuvor. Tempo-100-Fahrer gelten umgangssprachlich längst als „Hutfahrer“, „notorische Linksfahrer“, „Beckenrandschwimmer“ und „Bausparer“, Tempo-160-Fans werden in die Nähe von Kriminellen und psychisch labilen Speed-Fetischisten gerückt.

Mehrheit gegen Tempo 100. Das renommierte market-Institut hat jetzt im Auftrag von NEWS abgefragt, wie die Österreicher dem polarisierenden Thema gegenüberstehen. Das Ergebnis ist eindeutig: 59 Prozent der Österreicher lehnen Tempo-100-Beschränkungen auf Österreichs Autobahnen ab – 39 Prozent befürworten hingegen die amtliche Geschwindigkeitsdrossel. Im Detail sieht das so aus: 19 Prozent sind absolute Tempo-100-Befürworter, 20 Prozent sind „eher“ für Tempo 100. Hingegen lehnen 26 Prozent Tempo 100 „eher“ ab, und gar 33 Prozent sind „absolut“ dagegen.

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16.8.2006 17:34