"Menschen"-Gen entdeckt: Forscher finden entscheidenden Baustein der Menschheit
- Könnte für Entwicklung des Hirns verantwortlich sein
- Entscheidende Veränderungen vollzogen sich schnell
US-Forscher haben möglicherweise jenes Gen gefunden, das den entscheidenden Unterschied zwischen Affen und Menschen ausmacht. Für die Entwicklung des menschlichen Gehirns sei vermutlich ein Gen mit der Bezeichnung HAR1F verantwortlich, heißt es in einer im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Studie.
Zwar findet sich HAR1F bei allen Säugetieren und auch bei Vögeln. Die menschliche Version dieses Gens weise aber gegenüber des Schimpansen 18 Unterschiede auf, schreibt David Haussler, Direktor des Zentrums für Biomolekularwissenschaften der Universität von Kalifornien. Dagegen sei HAR1F bei Schimpansen und Hühnern nahezu identisch.
Die entscheidenden Veränderungen vollzogen sich evolutionsgeschichtlich gesehen sehr schnell, innerhalb von wenigen Millionen Jahren. Dieser Teil des menschlichen Genoms habe sich etwa 70 mal so schnell verändert wie der Rest, schreiben die Autoren der Studie. Vermutlich sei es für die erstaunliche Vergrößerung des Gehirns bei den damaligen Urmenschen verantwortlich. Das Gehirn des Homo sapiens ist etwa drei Mal so groß wie das von Schimpansen.
Ein nicht an den Forschungen beteiligter Molekularbiologe, Andrew Clark von der Universität Cornell, äußerte Skepsis. Eine so schnelle genetische Veränderung sei schwer vorstellbar, sagte er. Dafür müsse es eine besondere Ursache geben. Haussler führte die Geschwindigkeit der Entwicklung auf den enormen Veränderungsdruck zurück, der dadurch entstanden sei, dass sich die Menschen aufrichteten und auf zwei Beinen gingen. (apa)
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