Freitag, 18. August 2006

Jetzt wird auch noch die Marmelade teurer: Obstpreise steigen nach Ernteausfällen

  • Frühstücks-Schock: Erdbeerpreis in Polen verdoppelt
  • Preis für Heidelbeeren ist um 90 Prozent gestiegen

Den Österreichern kommt ihr Frühstück künftig teurer zu stehen: Nach Brot, Gebäck, Orangensaft und Wurst steigen nun auch die Preise für Marmelade. Durch die Wetterextreme zeichnen sich in den meist osteuropäischen Lieferländern deutlich geringere Obsternten und damit kräftige Preissteigerungen bei allen für die verarbeitende Industrie wichtigen Früchten ab, teilte der Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie mit.

Durch die höheren Obstpreise steigen die Produktionskosten von Marmeladen, Fruchtzubereitungen und Obstkonserven massiv an: "Die Hersteller sehen sich gezwungen, ihre Kalkulationen zu überarbeiten, um sich an diese geänderte Einstandskostensituation anzupassen". Konkret bedeutet das höhere Preise für die Konsumenten.

Die extreme Hitze und Trockenheit in praktisch allen Anbauländern, aber auch die jüngsten schweren Niederschläge brachten massive Schäden und Auswirkungen bei den Obsternten. So habe zum Beispiel bei Erdbeeren, wo Polen der Hauptlieferant der österreichischen Industrie ist, die heiße Witterung im Juni und Juli dazugeführt, dass die Erntemengen deutlich unter den Erwartungen geblieben seien und sich die Rohwarenpreise in Polen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt haben.

Ein weiterer wichtiger Erdbeerlieferant, Marokko, hat ebenfalls geringere Erntemengen auf Grund der Wetterbedingungen gemeldet und Preissteigerungen von mehr als 30 Prozent in Aussicht gestellt. Nicht zuletzt könne auch Spanien die vorgesehenen Mengen für die verarbeitende Industrie nicht halten und habe die Preise im Vergleich zum Vorjahr bereits jetzt um über 23 Prozent angehoben, so der Verband.

Die Trockenheit in Polen hat auch bei Himbeeren zu wesentlich geringeren Ertragsmengen und zu einem erheblichen Preisanstieg geführt, was auch die Produzenten für Himbeeren in den Balkanländern veranlasst habe, ebenfalls ihre Rohwarenpreise deutlich zu erhöhen. Mit Preisanstiegen von über 50 Prozent sei hier zu rechnen.

Deutlich geringer fallen auch die Erntemengen für Marillen aus Spanien, Griechenland und Marokko aus, wo der zweite Trockensommer in Folge zu erheblichen Mindermengen aber auch Schädigungen der Kulturen geführt habe.

Laut Verband "katastrophal" sieht die Situation bei Heidelbeeren aus, wo die erwartenden Erntemengen im Polen einen historischen Tiefststand erreichen dürften. Doch auch das Baltikum, Weißrussland und die Ukraine erwarten Minderernten, so dass mit einer Rohwarenverteuerung bis zu 90 Prozent zu rechnen ist. Auch bei schwarzen Ribiseln und Sauerkirschen zeichnen sich wesentlich höhere Rohwarenpreise ab.

(apa/red)

18.8.2006 13:01