Inflationsrate im Juli weiter bei 1,5 Prozent:
Teuerungen bei Wohnen, Wasser & Energie
- Auch hohe Treibstoffpreise waren preistreibend
Die Teuerung in Österreich ist im Juli 2006 unverändert geblieben. Die Inflationsrate lag wie im Juni bei 1,5 Prozent, nachdem der Preisanstieg im Mai und April noch 1,7 Prozent im Jahresabstand betragen hatte. Hauptgrund für die derzeit 1,5 Prozent Teuerungsrate sind laut Statistik Austria die nach wie vor starken Preissteigerungen für Wohnung, Wasser und Energie, ein weiterer preistreibender Faktor seien die hohen Treibstoffpreise im Bereich Verkehr. Gegenüber dem Vormonat Juni verringerte sich das heimische Preisniveau um 0,1 Prozent.
Die für die Euro-Zone errechnete HVPI-Rate Österreichs stieg im Juli auf 2,0 Prozent , nach revidiert 1,9 Prozent im Juni und jeweils 2,1 Prozent in den beiden Monaten davor. Gegenüber dem Vormonat Juni ging der Harmonisierte Verbraucherpreisindex im Juli um 0,2 Prozent zurück, wie die Statistik Austria am Donnerstag weiter bekannt gab.
"Top-Preistreiber" im Jahresabstand war im Juli erneut die Hauptgruppe Wohnung, Wasser und Energie, auf die sich laut Statistik Austria mehr als die Hälfte der Jahresinflation zurückzuführen lässt.
Die Preissteigerungen dieser Gruppe betrugen im Schnitt 4,9 Prozent; vor allem für den Anstieg verantwortlich waren Haushaltsenergie (+7,2 Prozent), Heizöl (+12 Prozent) und Strom (+5 Prozent). Betriebskosten für Wohnungen verteuerten sich um insgesamt 7 Prozent (Betriebskosten-Eigentumswohnung +19 Prozent; Betriebskosten-Mietwohnung +3 Prozent). Wohnungsmieten sind im Schnitt um 4,0 Prozent gestiegen. Weiterhin inflationsdämpfend wirkten dagegen Ausgaben für Eigentumswohnungen (Annuitätenzahlungen); sie verzeichneten auch diesen Monaten einen Rückgang (-14,7 Prozent).
Die Hauptgruppe Verkehr wies im Juli im Jahresabstand "nur" noch einen durchschnittlichen Preisanstieg von 3,4 Prozent auf. Treibstoffe verteuerten sich um insgesamt 8 Prozent (Normalbenzin und Superbenzin jeweils +9 Prozent, Dieseltreibstoff +7 Prozent).
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verzeichneten im Vergleich zum Juli 2005 durchschnittliche Preissteigerungen von 2,0 Prozent. Bei den Nahrungsmitteln (+1,5 Prozent) wurde vor allem Gemüse teurer (+6 Prozent; davon Häuptelsalat +31 Prozent, Zwiebeln +18 Prozent, Kartoffeln +17 Prozent). Alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 6,1 Prozent (Mineralwasser, Limonaden, Fruchtsäfte insgesamt +7 Prozent).
Als größter "Preisdämpfer" erwies sich - wie im Vormonat - die Ausgabengruppe Freizeit und Kultur (-1,9 Prozent). Hier fanden sich Preissenkungen von 9,4 Prozent bei audiovisuellen, fotographischen und EDV-Geräten. Zeitungen, Bücher und Schreibwaren wurden gegenüber Juli 2005 um insgesamt 2,7 Prozent, Pauschalreisen um 2,6 Prozent billiger.
Bei Bekleidung und Schuhen (durchschnittlich -2,4 Prozent) waren die saisonbedingten Verbilligungen stärker als im letzten Jahr (Bekleidung insgesamt -2,3 Prozent; Schuhe insgesamt -2,8 Prozent) und wirkten daher ebenfalls inflationsdämpfend.
Weiterhin fallende Tendenz, allerdings nicht mehr so ausgeprägt wie zuletzt, wiesen die Preise für Nachrichtenübermittlung auf (-3,8 Prozent). Telefon- und Telefaxdienste wurden um 3,2 Prozent billiger, Telefonapparate und Telefaxgeräte um 24 Prozent.
Im Monatsabstand sorgte während der Hauptreisezeit die Ausgabengruppe Freizeit und Kultur als "Top-Preistreiber" für durchschnittliche Preissteigerungen von 2,4 Prozent von Juni auf Juli 2006. Erklären lässt sich dies nach Angaben der Statistik Austria von Donnerstag vor allem durch Preiserhöhungen bei den Pauschalreisen (+11,6 Prozent), speziell bei Flugpauschalreisen (+19 Prozent).
In der Hauptgruppe Restaurants und Hotels stiegen die Preise von Juni auf Juli saisonbedingt um 1,6 Prozent, hauptsächlich wegen höherer Preise bei den Beherbergungsdienstleistungen (im Schnitt +8,3 Prozent; Übernachtung im Ausland/Appartement +23 Prozent).
Bei den Verkehrsausgaben stiegen die Preise für Treibstoffe um insgesamt 1 Prozent (Normalbenzin und Superbenzin jeweils +2 Prozent, Diesel +1 Prozent). Im Schnitt haben die Preise in dieser Gruppe um 0,4 Prozent im Vergleich zum Juni zugelegt.
Zu großen Preissenkungen von durchschnittlich 11,1 Prozent führte der Schlussverkauf in der Hauptgruppe Bekleidung und Schuhen. Diese waren bei der Bekleidung mit minus 11,8 Prozent am ausgeprägtesten (Damenhose -18 Prozent, Damenpullover -20 Prozent, Herrenhemd -13 Prozent, Herrenanzug -15 Prozent), Kinder-T-Shirt -18 Prozent). Schuhe wurden durchschnittlich um 8,1 Prozent billiger.
(apa)
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