EBIT wächst auf 1,16 Mrd. : OMV-Ergebnis
im ersten Halbjahr 2006 unter Erwartungen
- Ruttenstorfer: Rekordergebnis 2005 überbieten
- Profit durch weiterhin hohe Rohöl-Preise erwartet
Die OMV, führender Öl- und Gaskonzern Mitteleuropas, hat im ersten Halbjahr ein kräftiges Ergebnisplus erzielt, allerdings blieb der Zuwachs beim Betriebserfolg (EBIT) unter den Erwartungen der Analysten. Das EBIT (reported) stieg um 24 Prozent auf 1,162 Milliarden Euro, erwartet worden war im Schnitt ein Anstieg von fast 30 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro.
Bereinigt legte das EBIT (clean) um 13 Prozent auf 1,153 Milliarden Euro zu, gab die OMV am Donnerstag bekannt, prognostiziert waren im Mittel 1,21 Milliarden Euro (plus 23,3 Prozent). Der Periodenüberschuss wuchs um 30 Prozent auf 904 Millionen Euro, der Cash flow um neun Prozent auf 1,070 Milliarden Euro und der Umsatz um 28 Prozent auf 8,944 Milliarden Euro.
Der Mitarbeiterstand wurde mit 46.734 (nach 56.983 ein Jahr zuvor) beziffert, davon entfielen 5.212 auf die OMV, der Rest auf die rumänische Petrom.
Für das Gesamtjahr 2006 erwartet OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer, das Rekordergebnis von 2005 übertreffen zu können. Dies gelte auf Basis des gegenwärtigen Ölpreises und trotz international niedriger Raffineriemargen.
In Exploration & Produktion (E&P) erwartet die OMV weiterhin ein hohes Rohölpreis-Umfeld, von dem man profitieren werde. Für das 2. Halbjahr erwarte man auch den Verkaufsabschluss für die Aktivitäten in Ecuador, die im Zuge der Preussag-Akquisition 2004 erworben worden waren. Gegenüber 2005 gehe man in E&P für 2006 von rund 5 Prozent geringeren Gesamtproduktionsmengen aus, hieß es am Donnerstag weiter.
In Refining & Marketing (R&M) gehe man für das 2. Halbjahr von wesentlich niedrigeren Raffineriemargen aus, die 2005 auf Grund der Hurricans außergewöhnlich hoch waren. Das hohe Ölpreisumfeld wirke sich auf die Profitabilität der Petrom-Raffinerien infolge des hohen Energieverbrauchs aus. Zu den Investitionsschwerpunkten 2006 zähle die Modernisierung und Effizienzsteigerung der Petrom-Raffinerien.
Bei Bayernoil werde eine tief greifende Restrukturierung des Raffineriekonzepts vorbereitet, um den Raffinerieverbund an die Erfordernisse der Zukunft anpassen zu können. Erheblich unter Druck geraten seien die Tankstellenmargen wegen des andauernden hohen Preisniveaus und eines gestiegenen Konkurrenzkampfs. In R&M erreichte die OMV im Semester 20 Prozent Marktanteil in Mitteleuropa.
Im Bereich Erdgas werde man das Gasgeschäft bei Petrom weiterentwickeln. Im Fokus liege weiter das Projekt der strategisch wichtigen Nabucco-Gaspipeline. Der 34-Prozent-Anteil an Petrol Ofisi werde ab dem 3. Quartal d.J. at-quity im Finanzergebnis konsolidiert.
Beginnend mit dem 3. Quartal werde die OMV - im Einklang mit den Branchenstandards und im Hinblick auf die Größe des Konzerns - kurze Trading-Statements über die Umfeld-Entwicklungen und operativen Ereignisse der jeweils beendeten Quartale publizieren.
Erfolgreich abgeschlossen werden konnte die unabhängige Reservenbewertung durch DeGolyer & MacNaughton. Damit wurden die von OMV und Petrom ausgewiesenen Öl- und Gasreserven per 31. Dezember 2005 zur Gänze bestätigt, hieß es am Donnerstag. Ihre gesamten sicheren Reserven (inkl. Petrom) hatte die OMV im Frühjahr per Ende 2005 mit 1.365 Mio. Barrel Öl-Äquivalent (boe) beziffert.(apa/red)
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