Einkaufen rund um die Uhr: Deutscher Ladenschluss soll zu Weihnachten fallen
- In einigen Bundesländern bald 24 Stunden geöffnet
Schon zum Weihnachtsgeschäft soll in einigen deutschen Bundesländern das Einkaufen rund um die Uhr an Werktagen möglich sein. Mit Hochdruck soll nach der Sommerpause in den meisten Landesparlamenten über ein neues "Ladenöffnungsgesetz" beraten werden. Der Bund hatte im Zuge der Föderalismusreform Anfang Juli den Ländern die Zuständigkeit für den Ladenschluss übertragen.
Zu Weihnachten könnten beispielsweise schon die Verbraucher in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt länger einkaufen. Nach einer dpa-Umfrage strebt die Mehrheit der Bundesländer aber eine Freigabe der Ladenschlusszeiten zum 1. Jänner 2007 an.
Bereits Mitte November könnte eine entsprechende Vorlage im Landesparlament Nordrhein-Westfalens verabschiedet werden. Denn NRW ist nach der Reform vorgeprescht. Das Kabinett in Düsseldorf billigte am Dienstag einen Gesetzentwurf, der eine durchgehende Öffnung der Geschäfte von montags bis samstags erlaubt.
Während der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels sich für die vollständige Freigabe der Öffnungszeiten an Werktagen einsetzt und ein einheitliches Vorgehen ausspricht, protestieren Kirchen und Gewerkschaften weiter vehement gegen die geplanten Neuregelungen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di befürchtet einen Abbau sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze.
Das bisher gültige bundesweite Ladenschlussgesetz erlaubt lediglich Öffnungszeiten zwischen 6.00 und 20.00 Uhr. Außer in Nordrhein-Westfalen sollen der Umfrage zufolge künftig die Ladenschlusszeiten werkstags auch in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg gänzlich fallen. Sonn- und Feiertage sollen abgesehen von wenigen verkaufsoffenen Tagen wie bisher tabu bleiben. (apa)
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