Ara-Schuhfabrik und Autozulieferer I&T: Zwei österreichische Firmen in Konkurs
- Fast 300 Betroffene in Kärnten und im Burgenland
Die Ara-Schuhfabrik in Feldkirchen in Kärnten stellt ihre Produktion mit Ende September endgültig ein. 170 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen, teilte Geschäftsführer Herbert Linninger am Mittwoch in einer Aussendung mit. In Feldkirchen bleiben lediglich der Vertrieb und ein Logistikzentrum, die Zahl der Mitarbeiter, die ihren Job behalten, liegt bei etwa 60. Damit geht das Sterben der Schuhfabriken in Kärnten weiter. Auch im Burgenland meldete eine Firma Konkurs an. Beim Autozulieferer I&T verlieren 120 Arbeiter ihren Job.
1990 beschäftigte die Schuhfabrik in der Kärntner Bezirksstadt noch insgesamt 900 Menschen. Seither wurde der Personalstand immer wieder abgebaut, 2004 mussten 70 Mitarbeiter gehen, im vergangenen Jahr waren es 32, die den blauen Brief erhielten. Der Standort sei mittelfristig gesichert, hieß es damals, die Produktion von 3.000 Paar Schuhen pro Tag sei notwendig für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter auch anderer Produktionsstätten.
Wie schon in den vergangenen Jahren wird es einen "umfangreichen Sozialplan" geben, betonte Linninger. Die dauerhafte Aufrechterhaltung der Produktion in Österreich sei aber auf Grund des stetig steigenden Preisdrucks nicht mehr möglich. Die Kostensituation vor Ort ermögliche keine rentable Schuh-Herstellung mehr zu konkurrenzfähigen Marktpreisen. Insofern sei die Stilllegung der Produktion notwendig, um auch zukünftig eine führende Position unter den europäischen Schuhherstellern einzunehmen, heißt es in der Aussendung.
Am Standort Feldkirchen werden künftig nur noch der Vertrieb für Österreich, Italien und Osteuropa abgewickelt. Dazu kommen Logistik-Aufgaben für den Konzern. In Kärnten werden damit nur noch bei Gabor in Spittal Schuhe hergestellt. Dort wurde der Mitarbeiterstand vor drei Jahren von 950 auf 650 reduziert. Vor eineinhalb Jahren hat die Schuhfabrik Gallus in Wolfsberg zugesperrt, dort verloren fast 200 Menschen ihren Arbeitsplatz.
Konkursverfahren über Autozulieferer I&T eröffnet
Über das Vermögen der I&T Innovation Technology Entwicklungs- und Holding AG mit Sitz im burgenländischen Siegendorf ist vom Landesgericht Eisenstadt das Konkursverfahren eröffnet worden. Das teilte der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) in einer Aussendung mit. Der Schuldenstand beim Autozulieferer wird mit 45,8 Mio. Euro beziffert, von der Insolvenz sind laut KSV 240 Gläubiger betroffen.
Zum Masseverwalter wurde der Eisenstädter Rechtsanwalt Klaus Dörnhöfer bestellt. Vom Konkurs des Unternehmens, das Bauteile für die Automobilindustrie produziert, sind 120 Mitarbeiter betroffen.
Nach Angaben des KSV handelt es sich um den österreichweit drittgrößten Insolvenzfall im heurigen Jahr sowie um den größten im Burgenland. Nur die Konkurse der Styrian Airways AG (Passiva: 50,1 Mio. Euro) sowie eines Wiener Warenhandelsunternehmens (Altro Warenhandels GmbH, Passiva: 49,9 Mio. Euro) seien größer gewesen.
Von der Insolvenz betroffene Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 18. September anmelden. Die tatsächliche Vermögenssituation sei derzeit noch unklar: Die vorhandenen Aktiva des Unternehmens repräsentieren nach Angaben des Kreditschutzverbandes einen Buchwert von rund 33 Mio. Euro.
Als Gründe für die Insolvenz werden vom Unternehmen der hohe Entwicklungsaufwand sowie der Ausfall bereits zugesagter Aufträge und ein "explosionsartiger" Anstieg des Kupferpreises bei gleichzeitig gesunkenen Weltmarktpreisen genannt. Dazu komme die Insolvenz des größten Kunden, Delphi Inc. in den USA.
Laut KSV beabsichtigt I&T den Weiterbetrieb auch während des Konkurses und eine Entschuldung über einen Zwangsausgleich. Der Masseverwalter solle die Realisierbarkeit dieser Pläne prüfen. Beim KSV erwartet man, dass I&T eine Ausgleichsquote von 20 Prozent anmeldet. Die Angemessenheit werde man eingehend prüfen, hieß es. Eine Prüfungs- und Berichtstagsatzung beim Landesgericht Eisenstadt wurde für den 2. Oktober angesetzt.
(apa)
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