Montag, 14. August 2006

Europa übernimmt die Führung: Wachstum in der Euro-Zone überholt das in den USA

  • Boom soll ungebremst bis zum neuen Jahr halten

Der kräftige Aufschwung in Deutschland hat die Wirtschaft der gesamten Euro-Zone im Frühjahr zum kräftigsten Wachstum seit sechs Jahren beflügelt. Die EU fasste deshalb neuen Optimismus und hofft, dass der Boom ungebremst bis zum kommenden Jahr anhält. Vor allem dank der kräftigen heimischen Nachfrage - getrieben auch von der Fußball-WM - übertraf die Euro-Zone sogar das Wachstum in den USA.

Im Vergleich zum Jahresanfang stieg die Wirtschaftsleistung nach EU-Angaben im zweiten Quartal um 0,9 Prozent. Auch gegenüber dem Vorjahr übertraf das Bruttoinlandsprodukt mit einem Wachstum von 2,4 Prozent die Erwartungen der Experten.

Erst die unerwartete Beschleunigung der deutschen Wirtschaft machte das hohe Tempo in der Euro-Zone möglich. In der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone war das Wachstum aber dennoch im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsländern nur Mittelmaß.

"Europa übernimmt die Führung", sagte Volkswirt Holger Schmieding von der Bank of Amerika und verwies auf das geringere Wachstum in den USA (etwa 0,6 Prozent zum Vorquartal), Großbritannien (0,8 Prozent) und Japan (0,2 Prozent). Zu Jahresanfang war die Wirtschaft in der Euro-Zone mit 0,6 Prozent weniger als halb so schnell gewachsen wie in den USA.

Das überraschend gute Abschneiden der Wirtschaft flößte der EU- Kommission Zuversicht ein. Für das dritte Quartal erhöhte die Kommission ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone auf 0,5 bis 0,9 Prozent nach zuvor erwarteten 0,3 bis 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Für das vierte Quartal rechnet sie mit einem Zuwachs von 0,4 bis 0,9 Prozent, am Jahresanfang 2007 mit 0,2 bis 0,8 Prozent.

(apa/red)

14.8.2006 14:07