BIP im 2. Quartal 3 Prozent über Vorjahr: Konjunkturaufschwung festigt sich weiter
- Flaute im Wohnbau und beim privaten Konsum
- Aktive Beschäftigung hat deutlich zugenommen
Der Konjunkturaufschwung in Österreich festigt sich: Laut Wirtschaftsforschungsinstitut wuchs die heimische Wirtschaft im 2. Quartal 2006 im Jahresvergleich real um 3 Prozent. Der Export gewann weiter an Dynamik, auch die Investitionstätigkeit hat sich gefestigt. Im privaten Konsum und im Wohnbau fehlen jedoch Anzeichen einer Belebung. Deutlich zugenommen hat die aktive Beschäftigung.
Gegenüber dem Vorquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal real um 1 Prozent. Die Dynamik verstärkte sich gegenüber dem ersten Quartal (+0,6 Prozent) deutlich.
Die Exporte im weiteren Sinn stiegen im Quartalsvergleich um 1,5 Prozent, im Vorjahresvergleich wurde der Export real um gut 9 Prozent gesteigert. Die Belebung der europäischen Wirtschaft und die günstige Entwicklung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit trugen wesentlich dazu bei.
Im Gefolge des Exportbooms verstärkte sich die Industriedynamik weiter. Der Wertschöpfung der Sachgüterproduktion übertraf das Niveau des Vorquartals um gut 2 Prozent. Die Bauwirtschaft expandierte mit real + 1/2 Prozent weiterhin mäßig. Dabei bremste die Flaute im Wohnbau die Entwicklung. Enttäuschend" waren laut Wifo die Ergebnisse des Handels. Der private Konsum verstärkte sich auch im zweiten Quartal nicht.
Die Bruttorealeinkommen nahmen dank des mäßigen Preisauftriebs zu. Die Verbraucherpreise lagen um 1,6 Prozent, die Tariflöhne um 2,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Konjunkturaufschwung hatte eine beträchtliche Zunahme der aktiven Beschäftigung zur Folge (Juli +54.600).
Begünstigt waren Branchen mit einem hohen und wachsenden Anteil der Teilzeitbeschäftigung: unternehmensnahe Dienstleistungen, Handel, Tourismus und Gesundheitswesen. Die Zahl der Arbeitslosen war im Juli mit 197.000 um 14.000 niedriger als im Vorjahr.
(apa)
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