"Grüner Mozart" & ÖFB-Kapitän: Ivanschitz schwärmt in Bad Radkersburg von Neo-Klub
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Kurz vor Mitternacht im Hotel im Park in Bad Radkersburg: In einem knallroten T-Shirt, in Jeans und sichtlich müde, aber mit einem Lächeln im Gesicht sowie zwei schwarzen Taschen in der Hand trifft der "jüngste" Fußball-Legionär des Landes im ÖFB-Teamquartier ein und wird von Teamchef Josef Hickersberger begrüßt. Mit Andreas Ivanschitz ist der Kapitän als letzter der für Ungarn Auserwählten an ÖFB-Bord gegangen.
Am Feiertag stand dann der Ex-Bulle den Medien in der Südsteiermark Rede und Antwort über seine ersten Eindrücke, die er am Wochenende von seinem neuen Arbeitgeber Panathinaikos Athen gewonnen hatte. "Die vergangenen drei Tage waren aufregend und super", erzählte der Burgenländer mit funkelnden Augen. Er war nach Athen geflogen, um den Transfer zu finalisieren, der Presse vorgestellt zu werden und dann gleich sein erstes Training zu absolvieren.
Griechenland begrüßte "grünen Mozart"
Der 22-Jährige ist im Land des Europameisters gut angekommen, die Zeitungen widmeten dem "grünen Mozart" dicke Schlagzeilen. Der Österreicher weiß, dass von ihm viel erwartet, der Druck auch dort groß sein wird. "Die Überschriften ehren mich, aber noch kann ich sie nicht lesen. Das Wichtigste ist aber ohnehin, dass ich schnell Fuß fasse, mich gut einbringe und man mich gut aufnimmt", meint Ivanschitz, der von seinem ersten Tag an "richtig Gas geben und eine gute Leistung" bringen möchte.
"Ich bin top motiviert für das Länderspiel"
Der Mittelfeldakteur, der in den Salzburger Planungen keine Rolle mehr gespielt hatte, hatte den Tapetenwechsel unbedingt gewollt und weiß auch, dass er in Zukunft mit den Strapazen eines Legionärs leben muss. "Das Reisen macht mir nichts aus, das bin ich vom Europacup gewohnt. Ich bin top motiviert für das Länderspiel. Die Einstellung wird wichtig sein, wir wollen gegen Ungarn unbedingt gewinnen", sagt er über seine eigene positive Stimmung.
"Wir müssen die Ungarn besiegen und ich gehe davon aus, dass wir sie auch besiegen werden", geht der Neo-"Grieche" mit positiven Beispiel voran, nachdem er aus Athen viel Positives mitgebracht hatte. Durch das Salzburger Reservisten-Dasein, das nur zu einem Einsatz in der neuen Saison reichte, und die mangelnde Spielpraxis hatte er eine neue Herausforderung gesucht und sie jetzt in Athen gefunden. Der der dortige schwedische Trainer Hans Backe wollte ihn und bekam ihn auch.
Der Skandinavier hatte einst auch in Salzburg gearbeitet. "Für mich sind das zwei Schritte vorwärts und nicht ein Schritt zurück", betont Ivanschitz. Nach Meinung von Hickersberger hätte er diesen Schritt schon früher machen sollen. "Jetzt hat er sich dieser schwierigen Aufgabe gestellt und wird der Spieler, den sich sein Verein und das Team erhoffen." Der Jungstar versprach, jede Sekunde zu nützen, um sich so rasch wie möglich einzugewöhnen und seine neuen Mitspieler kennen zu lernen. Bereits am Sonntag geht es mit der Liga los, spielen die Grünen auswärts gegen den Stadtrivalen Egaleo.
Athen ist für den Teamspieler kein Neuland, dort hat er mit Rapid im Juli 2000 ein Turnier mit AEK, Werder Bremen und Brescia bestritten und auch gleich mit der Hitze Bekanntschaft gemacht. "Die Temperaturen werden keine große Rolle spielen, weil trainiert wird erst am Abend und gespielt auch erst ab 20 oder sogar 21 Uhr", weiß Ivanschitz, der für die Wohnungssuche derzeit keine Zeit verschwenden will. Seine volle Konzentration gilt der Integration und dem Sport.
Daher wohnt er derzeit auch noch im Trainingszentrum seines neuen Vereins, das über Zimmer wie ein Hotel verfügt. Das Areal bietet alles, was ein Fußball-Profi benötigt, von einem Kunstrasenplatz, einigen Naturrasenplätzen über eine Kraftkammer und bis hin zu Zimmern für die Akteure. "Das Gelände ist abgeriegelt, es darf niemand rein, keine Presse und auch kein Fan. Die Spieler sollen sich dort auf das Wesentliche konzentrieren können", erzählt Ivanschitz von seinem neuen Arbeitsplatz.
(apa/red)










