Sonntag, 20. August 2006

Drei Niederlagen als Generalproben: ÖFB-
Europacup-Quartett nicht optimal in Schuss

  • Austria: Schlechtester Start eines Titelverteidigers
  • Krisenstimmung auch beim neuen Schlusslicht Ried

Sieht man von Vizemeister Red Bull Salzburg ab, der obendrein als einzige Mannschaft des ÖFB-Quartetts mit einem Sieg (1:0) zum Rückspiel nach Valencia reist, so muss einem um die österreichischen Vertreter im Europacup (Qualifikation Champions League bzw. UEFA-Cup) Angst und Bange werden. Denn alle drei verloren am Samstag ihre Bundesligaspiele, verhauten somit ihre Generalproben.

Meister Austria, am Dienstag in Lissabon gegen Benfica mit einem 1:1 von Wien im Gepäck zu Gast, verlor in Graz gegen Sturm verdientermaßen 0:1 und hat somit einen neuen negativen Klub- und ÖFB-Rekord aufgestellt. Denn noch nie hat eine Austria-Mannschaft keines der ersten sechs Ligaspiele gewonnen (der Meister hält bei vier Remis und zwei Niederlagen) und ein regierender Champion ist auch noch nie so schlecht gestartet.

Die SV Ried (beginnt am Donnerstag in Genf gegen Sion mit einem 0:0) verlor sogar zu Hause und dies mit 1:2 gegen Aufsteiger Altach. Es war bereits die dritte Heim-Niederlage der Innviertler, die in dieser Saison nur gegen Rapid durch einen umstrittenen Treffer von Drechsel gewonnen hatten und neues Schlusslicht sind. Entsprechend sauer waren die Fans, von denen ein Teil noch zwei Stunden nach Spielende den Rauswurf von Trainer Helmut Kraft forderte. Kraft erschien nicht zur Pressekonferenz, steht laut Manager Stefan Reiter aber "nicht zur Debatte".

Schließlich unterlag Mattersburg in Salzburg 0:2 und war mit dem Ergebnis noch gut bedient. Die Burgenländer haben am Donnerstag in Krakau gegen Wisla ein 1:1 als Ausgangsbasis, benötigen daher - wie auch die Austria - zumindest einen Treffer. Was Austria und Ried derzeit aber völlig fehlt, ist die Torgefährlichkeit. Beide schafften in den ersten sechs Bundesligaspielen nur jeweils zwei klägliche Tore. Daher auch die banale Erkenntnis von Frenkie Schinkels nach einer weiteren Enttäuschung in Graz: "Wenn man kein Tor macht, dann kann man nicht gewinnen."

Seine Mannschaft ("Das ist nicht mehr die Austria von der Meistersaison") hätte einfach nicht die Klasse, einen Gegner wie gewünscht unter Druck zu setzen. "Das 0:1 ist in der Phase, in der wir uns befinden, besonders bitter. Ein Sieg wäre vor dem Treffen mit Benfica sehr wichtig gewesen", erklärte Schinkels. "Ich habe am Schluss auf ein 0:0 gehofft, dann gab Troyansky dem Schiedsrichter die Möglichkeit Elfmeter zu pfeifen." (apa/red)

20.8.2006 15:30