FORMAT: Die Spiele von Sturm Präsident Hannes Kartnig abseits des Fußballfeldes
- Wehrt sich gegen Vorwurf, Geld verzockt zu haben
- Angeblich rund eine Million beim Roulette verloren
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Der Spendenaufruf läuft seit Anfang August, steht unter dem Motto "Helft Sturm Graz" und soll dem finanziell schwer angeschlagenen Fußballklub das Überleben retten. "Wir haben die besten Fans Österreichs", zeigt sich Sturm-Vizepräsident Claudius Handl zuversichtlich, dessen Hoffnung simpel klingt: Wenn 15.000 Fans im Schnitt 100 Euro spenden, würde das dem Traditionsverein nicht nur im Moment finanziell über den Berg helfen, sondern auch langfristig das Überleben garantieren.
Einen zusätzlichen Ansporn soll laut Handl das Versprechen bieten, dass die Spenden über ein Treuhandkonto verwaltet und ausschließlich für den laufenden Spielbetrieb - also nicht für alte Schulden - verwendet werden. Wobei sich Klubpräsident Hannes Kartnig, dessen Verhältnis zu einigen Fangruppen bekanntlich nicht das beste ist, bei dieser Aktion bewusst im Hintergrund hält.
Ob Handls Rechnung aufgeht, ist mehr als fraglich. "Wenn der wirklich meint, es gäbe noch 15.000 treue Fans, die bereit sind zu spenden, hat er die letzten Jahre verschlafen", meint dazu etwa ein Blogger in www.sturmforum.at, während ein anderer deklarierter Sturm-Fan seinen Unmut noch deutlicher zum Ausdruck bringt: "Denn wie dummdreist muss man sein, um zu glauben, es finden sich genug Blöde, die die Spielsucht eines gewissen Herrn finanzieren?"
Kartnig: "Ich leiste mir halt das Casino"
Für Sturm-Präsident Hannes Kartnig hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. "Ich habe 30 Jahre gearbeitet und verdiene nicht schlecht. Andere kaufen sich ein Schiff oder einen Flieger. Ich leiste mir halt das Casino." Auch Herbert Beck, Leiter der Gästeangelegenheiten bei der Casinos Austria AG, würde Kartnig nicht gleich als spielsüchtig einschätzen: "Ein klassisches Kriterium für die Spielsucht ist das unabweisbare Verlagen, immer wieder zu spielen. Und nach meiner laienhaften Einschätzung würde ich meinen, dass davon der Herr Kartnig nicht gepeinigt wurde: Denn uns ist er nie wegen seiner Besuchshäufigkeit aufgefallen, sondern ausschließlich von der Umsatzhöhe her."
Wobei Kartnig angeblich nicht immer vom Glück gesegnet war, denn laut FORMAT vorliegenden Unterlagen hat der Sturm-Boss in letzter Zeit immerhin rund eine Million Euro beim Roulette verloren. Beck: "Das ist unbestritten überdurchschnittlich viel. Aber was ich so höre und lese, ist auch der sonstige Lebensaufwand des Herrn Kartnig nicht gerade bescheiden."
Lesen Sie im aktuellen FORMAT, wie sich Kartnig verteidigt und wie es um die Bilanz des Vereins steht!
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