Causa Walter Mayer: Verfahren gegen Welt-Anti-Doping-Boss ab Herbst in Österreich
- Ex-Langlauftrainer klagte wegen übler Nachrede
- WADA-Chef Pund droht bei Verurteilung sogar Haft
Der vom ehemaligen ÖSV-Langlauftrainer Walter Mayer angestrebte Prozess wegen übler Nachrede gegen den Kanadier Richard Pound, Vorsitzender der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), wird nun doch in Österreich stattfinden. Das habe das Oberlandesgericht Wien entschieden, erklärte Mayers Villacher Anwalt Herwig Hasslacher.
Weil anfänglich strittig war, ob Österreich der richtige Gerichtsstandort in der Causa sei, war das Verfahren im Mai dieses Jahres am Landesgericht Wien in erster Instanz eingestellt worden. Das Interview, in dem Pound behauptet habe, Mayer verfüge über Blutdoping-Geräte, sei in Österreich publiziert worden, erklärte Hasslacher. "Dadurch ist ausreichend Inlandsbezug gegeben." Das sei Grund genug, um das Verfahren in Österreich durchzuführen.
WADA-Chef droht sogar Haftstrafe
"Richard Pound wird noch im Herbst eine Ladung vom Gericht erhalten", sagte Hasslacher. "Wenn er Würde und Anstand hat wird er kommen", meinte Hasslacher. Ansonsten müsse sich Pound den Vorwurf gefallen lassen, ein "Angsthase" zu sein. Immerhin ginge es um die Reputation seines Mandanten. Im Falle einer Verurteilung drohe dem WADA-Chef eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr oder eine empfindliche Geldstrafe.
Im Fall der ebenfalls von Hasslacher eingebrachten Klage gegen den IOC-Präsidenten Jacques Rogge wegen Rufschädigung sei noch nichts entschieden. "Ich erwarte mir nichts anderes als in der Causa Pound", erklärte der Rechtsanwalt. Bald sind es übrigens exakt sechs Monate seit der Doping-Razzia bei den ÖOC-Biathleten im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Turin. (APA/red)
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