Killer-Ausbildung: Terror-Trainingslager
in britischen Nationalparks abgehalten
- "Guardian": Camps in England, Schottland und Wales
- Besteht Verbindung zu den vereitelten Anschlägen?
In Großbritannien sollen mutmaßliche Terroristen Trainingslager in englischen, schottischen und walisischen Nationalparks betreiben. Das berichtete die britische Zeitung "Guardian" in ihrer Internetausgabe. Die Trainingslager befinden sich demnach hauptsächlich im Lake District, einer weitläufigen westenglischen Hügellandschaft, die etwa 150 Kilometer von der Stadt Manchester entfernt liegt.
Laut "Guardian" kenne man die exakte Lage der Trainingscamps, könne sie aber nicht bekannt geben. Die Lager seien von Überwachungsteams der Polizeisondereinheit Scotland Yard ausgeforscht worden.
Gruppen bis zu 20 Leuten sollen in den Lagern regelmäßig trainieren. Die meisten der Lager würden bereits seit mehreren Jahren betrieben. Neben jenen in Lake District hat Scotland Yard andere Lager in den Yorkshire-Tälern in Nordengland, den westlichen Highlands in Schottland und im Brecon-Beacons-Nationalpark in Südwales observiert. Ein Organisator des letztgenannten Lagers soll Abu Hamza gewesen sein.
Der englischer Imam, dessen Erkennungszeichen eine hakenförmige Handprothese ist, und der Anfang Februar zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde, soll Kontakt zu Häftlingen im US-amerikanischen Straflager Guantánamo Bay auf Kuba unterhalten haben. Übungen mit Schusswaffen oder Sprengstoff haben in den Lagern allerdings keine stattgefunden.
Die Lager stehen weiterhin unter Beobachtung. Sobald Scotland Yard genug Indizien habe, dass es sich bei den Trainierenden tatsächlich um Terroristen handelt, werde die Causa an die Staatsanwaltschaft übermittelt, berichtet der "Guardian". Einen Verdacht auf eine Verbindung zu den vereitelten Anschlägen auf Flugzeuge vom vergangenen Freitag gibt es nicht; allerdings sagte ein Informant aus Sicherheitskreisen gegenüber dem Blatt, dass "das Training in solchen Lagern typisch für britische Terrorzellen" sei.
Außerdem habe die Polizei herausgefunden, dass zwei der vier Selbstmordattentäter kurz vor dem verheerenden Anschlag auf die Londoner U-Bahn am 7. Juli 2005, bei dem 52 Menschen ums Leben kamen, einen Raftingtrip in der Stadt Bala in Nordwales durchgeführt hätten.
(apa/red)
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