Waffenruhe im Libanon gebrochen: Beirut droht mit Stopp von Truppenstationierung
- Israelischer Militäreinsatz sorgt für neuen Wirbel
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Nach dem israelischen Militäreinsatz im Bekaa-Tal hat das libanesische Verteidigungsministerium mit einem Stopp der Truppenstationierung im Süden des Landes gedroht. Sollten die Vereinten Nationen wegen der Kommandoaktion nicht intervenieren, werde er dem Kabinett möglicherweise eine Beendigung der Entsendung von Soldaten vorschlagen, sagte Verteidigungsminister Murr.
Der israelische Einsatz fünf Tage nach In-Kraft-Treten der Waffenruhe könnte Vergeltungsaktionen der Hisbollah-Miliz und damit eine neue Welle der Gewalt nach sich ziehen, warnte Murr. Möglicherweise versuche Israel, Vergeltungseinsätze zu provozieren, während derer auch die libanesischen Truppen angegriffen werden könnten.
Israelische Truppen hatten sich tief im Landesinnern Gefechte mit Hisbollah-Kämpfern geliefert, dabei wurde ein Soldat getötet. Ziel des Einsatzes sei es gewesen, Terroraktivitäten zu unterbinden und gegen den Waffenschmuggel vorzugehen, hieß es. Der libanesische Ministerpräsident Siniora warf Jerusalem einen "schamlosen Bruch" der Waffenstillstandsvereinbarung vor.
Eine UN-Resolution sieht neben einer Aufstockung der UN-Truppe im Libanon auch die Stationierung von 15.000 libanesischen Soldaten im Süden des Landes vor.
UN-Generalsekretär Annan hat unterdessen zu Kompromissen in der Gefangenenfrage aufgerufen. Israel fordert die Freilassung der zwei von der Hisbollah entführten israelischen Soldaten. Diese hat ihrerseits gefordert, dass Israel im Tausch für die Soldaten dort inhaftierte Libanesen freilässt.
Libanons Finanzminister Azour kündigte indes den Start des Wiederaufbaus in den nächsten Tagen an. Die libanesische Regierung hatte die Schäden auf rund 2,8 Milliarden Euro beziffert.
(apa)
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