'profil': Kein Job für EuGH-Generalanwältin - Christine Stix-Hackl kehrt ohne Posten heim
- Franz Fischler kritisiert Umgang mit EU-Experten
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, kehrt die österreichische Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof (EuGH), Christine Stix-Hackl, nach Auslaufen ihrer sechsjährigen Amtsperiode Anfang Oktober nach Wien zurück. Doch die Bundesregierung weiß mit der EU-Expertin nichts anzufangen. So hat das Außenministerium, wo die Spitzenjuristin bis zum Jahr 2000 tätig war, ihr noch keine entsprechende Tätigkeit angeboten. "Selbst an der Spitze des Außenministeriums besteht offenbar wenig Interesse, meine Erfahrungen für Österreich umzusetzen", klagt Stix-Hackl. "Es scheint fast so, als wolle man jene, die nicht in den üblichen Bahnen einer österreichischen Karriere bleiben, bestrafen."
Stix hatte sich im März 2006 für den Posten des Richters am EuGH interessiert. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hatte aber eine Verlängerung der Amtszeit des 71-jährigen Richters Peter Jann durchgesetzt.
Kritik an der Vorgangsweise der Regierung übt der frühere EU-Kommissar Franz Fischler: "Ich bin sehr verwundert, wie man in Österreich mit Leuten, die in Brüssel Fachwissen erworben haben, umgeht." Noch in seiner Amtszeit als Kommissar hatte er mehrfach eine Änderung des starren Beamtensystems, das Heimkehrer als lästige Bittsteller behandelt, gefordert. "Eine Tätigkeit in einer EU-Institution darf doch keinen Karrierenachteil darstellen. Das ist ein untragbarer Zustand", so Fischler gegenüber "profil".
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