Sonntag, 20. August 2006

Blutbad bei Anschlag auf Pilger in Bagdad: Mindestens 17 Todesopfer und 300 Verletzte

  • Heckenschützen nahmen Gläubiger ins Kreuzfeuer
  • Immer wieder Tragödien bei populärer Wallfahrt

Heckenschützen haben in Bagdad während eines schiitischen Pilgerfestes das Feuer auf Gläubige eröffnet und mindestens 17 Menschen getötet. Das irakische Innenministerium erklärte, die Angreifer hätten in mehreren Stadtteilen von Gebäudedächern oder aus leer stehenden Häusern heraus auf die Prozession der hunderttausenden Schiiten geschossen.

Vier mutmaßliche Angreifer wurden von Sicherheitskräften getötet. Mehr als 250 Menschen wurden verletzt, die meisten bei Stürzen, als sie sich in Sicherheit bringen wollten. Die meisten Verletzungen seien auf die Panik zurückzuführen, die unter den Pilgern ausgebrochen sei, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums, Saddoun Abu al-Ula. Man habe zahlreiche Aufständische festgenommen. Einige von ihnen hätten auf die Schiiten geschossen, anderen hätten dies geplant, sagte Ula weiter.

Das Gesundheitsministerium ging davon aus, dass die Attentate von sunnitischen Extremisten verübt wurden. Auch ein irakischer Soldat wurde laut der Behörde festgenommen, nachdem er auf die Pilger geschossen hatte. Laut Polizei wurden auch drei Kuwaiter unter dem Verdacht festgenommen, an den Attentaten beteiligt gewesen zu sein.

Die Wallfahrt zum Todestag von Imam Mussa zieht in der Regel zehntausende Gläubige an. Im vergangenen Jahr waren während der Feierlichkeiten zum Todestag des Imam rund 1.000 Menschen ums Leben gekommen. Hunderttausende Gläubige strömten damals zur Moschee, dabei brach auf einer mit Menschen überfüllten Brücke über den Tigris eine Panik aus. Berichten zufolge ging das Gerücht um, dass sich ein Selbstmordattentäter in der Menge befinde.

(apa)

20.8.2006 17:00