Wirbel um Einbruch in Pariser Wohnung von Segolene Royal: Kritik an Sarkozy
- Informationen über sein Kabinett verbreitet
- Einschüchterungsversuch vor Präsidentenwahl?
Kurz vor Beginn der heißen Phase der Kandidatenkür für die Präsidentschaftswahlen in Frankreich sorgt ein Einbruch in die Wohnung der Sozialistin Ségolène Royal für Furore. Unbekannte seien während ihres Urlaubs in ihr Appartement im Pariser Vorort Boulogne-Billancourt eingedrungen, sagte Royal am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in Paris.
"Meine Wohnung wurde vollständig durchwühlt, aber nichts wurde gestohlen." Sie warf Mitarbeitern des konservativen Innenministers Nicolas Sarkozy vor, den Vorfall gegen ihren Wunsch publik gemacht zu haben. Offenbar aus Furcht vor Wanzen ließ Royal die Sicherheit ihrer Telefonanlage überprüfen.
Anders als von der Zeitung "Le Figaro" berichtet handle es sich nicht um einen "Einbruchsdiebstahl", sagte Royal, die sich die Wohnung mit ihrem langjährigen Lebensgefährten und Sozialistenchef François Hollande teilt. "Alles wurde auf den Kopf gestellt, die Schränke wurden geleert." Aus ihrem Umfeld hieß es, in ihrem ersten Schrecken nach Entdeckung des Eindringens am Donnerstag habe sie sich gefragt, ob es sich um einen Einschüchterungsversuch gehandelt habe.
Royal erstattete keine Anzeige. Sie habe den Vorfall aber dem zuständigen Kommissariat gemeldet und verlangt, dass der Einbruch "vertraulich" behandelt werde, sagte sie. "Ich finde es skandalös, dass diese Information durch das Kabinett des Innenministeriums verbreitet wurde." Die dabei gegenüber dem "Figaro" gemachte Angabe, es sei möglicherweise Schmuck verschwunden, sei zudem falsch.
Sarkozy wies die Vorwürfe seiner nach Meinungsumfragen stärksten Konkurrentin im Präsidentschaftsrennen 2007 zurück. Weder sein Büro noch sonstige Dienststellen des Ministeriums hätten "vertrauliche Informationen zu einem möglichen Eindringen" in die Wohnung der Sozialistin verbreitet. Der "Figaro" hatte als Ursprung der Meldung "Polizeiquellen" genannt.
Die Staatsanwaltschaft veranlasste am Freitag Vorermittlungen der Kriminalpoliziei. Dies sei "mit Blick auf die Prominenz der Opfer geschehen", hieß es. Normalerweise würde die Kriminalpolizei bei einem einfachen Einbruch nicht eingeschaltet. Bisher gebe es keine Hinweise auf die Täter, sagten Ermittler. Die Einbrecher seien verschwunden, ohne Spuren zu hinterlassen. Gleichzeitig gebe es aber auch keine Anzeichen darauf, dass der Einbruch mit der Bekanntheit von Royal und Hollande zusammenhänge. (apa/red)
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