Großes Interesse an Grass-Biografie: Start- auflage von 150.000 Stück fast vergriffen
- Nobelpreisträger gesteht Mitgliedschaft bei der SS
- "Es wird keine Engpässe geben": 2. Auflage in Druck
·Trotz Kritik: Grass steht zum Schweigen!
"Späteres Leben war von Scham gekennzeichnet"
·Günter Grass darf Nobelpreis behalten
Vergabe nach Waffen-SS- Geständnis noch gültig
·"Das ist doch keine furchtbare Sache"
Tabori nimmt in NEWS Stellung zur Causa Grass
·Günter Grass war Mitglied der Waffen-SS
Literaturnobelpreisträger gibt Beteiligung zu
Zwei Tage nach dem Verkaufsstart der Autobiografie "Beim Häuten der Zwiebel" von Günter Grass ist die Erstauflage nahezu vergriffen. Bis jetzt sind nach Angaben des Steidl-Verlages in Göttingen bereits 130.000 der 150.000 Exemplare verkauft. Die zweiten Auflage mit 100.000 Büchern befindet sich bereits in Druck. Autorenkollegen verteidigten den Nobelpreisträger indes gegen Kritik.
"Es wird keine Engpässe geben, der Buchhandel wird zügig mit Nachschub versorgt", sagte Claudia Glenewinkel vom Steidl-Verlag. Der 78-jährige Literatur-Nobelpreisträger hatte wenige Tage vor dem Erscheinen des Buches seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS eingestanden.
Der britische Schriftsteller Salman Rushdie verteidigte Grass in einem BBC-Interview. Grass' Werk werde durch die jüngsten Enthüllungen über seine SS-Vergangenheit nicht beeinträchtigt, sagte der Autor der "Satanischen Verse. "Er ist eine außerordentliche Kraft seit einem halben Jahrhundert, das macht man nicht zunichte, weil man eine Schwachstelle entdeckt."
Regisseur Volker Schlöndorff, der für die Verfilmung des Grass- Romans "Die Blechtrommel" den Oscar erhielt, äußert Verständnis für den Schriftsteller. In einem Brief schreibt der 67-Jährige: "Du als Autor unterwirfst Dein eigenes Erzählen wie sonst das Deiner fiktiven Helden dem einzigen Dir heiligen Gesetz, nämlich dem der Kunst. Und wenn dabei ein durch lebenslange Arbeit entstandenes öffentliches Monument zu Bruch geht, so kannst Du dafür nicht."
Auch der US-Schriftsteller John Irving nahm seinen Kollegen in Schutz. "Grass bleibt für mich ein Held, sowohl als Schriftsteller als auch als moralischer Kompass", schrieb Irving am Mittwoch an die Nachrichtenagentur AP. "Sein Mut, sowohl als Schriftsteller als auch als Bürger Deutschlands, ist beispielhaft, ein Mut, der durch seine jüngste Enthüllung unterstrichen, nicht geschmälert wurde." (apa/red)
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