Donnerstag, 17. August 2006

Heftige Kämpfe auf Sri Lanka: EU und USA fordern gemeinsam sofortige Waffenruhe

  • Mindestens 100 Rebellen wurden bei Offensive getötet
  • "Sinnlose Gewalt wird ethnischen Konflikt nicht lösen"

Angesichts des wieder aufflammenden Bürgerkriegs auf Sri Lanka haben die Europäische Union und die USA ein sofortiges Ende der Kämpfe gefordert. "Die sinnlose Gewalt wird den ethnischen Konflikt in Sri Lanka nicht lösen", erklärte der amtierende EU-Ratspräsident Finnland am Donnerstag. Die EU sei tief besorgt wegen der sich zuspitzenden Lage und der Folgen für die Zivilbevölkerung.

Der US-Gesandte Steven Mann sprach nach einem Treffen mit Präsident Mahinda Rajapakse in der Hauptstadt Colombo von einer bedrohlichen Situation. "Die USA rufen daher zu einem sofortigen Ende der Feindseligkeiten auf." Dessen ungeachtet kamen bei neuen Kämpfen im Norden des südasiatischen Inselstaates nach Armeeangaben rund 100 Tamilen-Rebellen ums Leben.

Auf Sri Lanka toben seit Wochen die heftigsten Kämpfe seit dem Waffenstillstand von 2002, der damit faktisch aufgehoben ist. Insgesamt starben bei Gefechten seit Jahresbeginn fast 1000 Menschen. Eigentlich hatte der Waffenstillstand einen Schlussstrich unter den seit mehr als 20 Jahren dauernden Bürgerkrieg ziehen sollen, bei dem mehr als 65.000 Menschen starben. Die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) streben eine Selbstbestimmung der tamilischen Minderheit im Norden und Osten der Insel an, was die Regierung ablehnt. Im April hatten die Rebellen Friedensgespräche mit der Regierung aufgekündigt, die in Genf geführt werden sollten.

Die finnische EU-Ratspräsidentschaft drängte beide Seiten zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Sie erneuerte zudem ihre Unterstützung für die Vermittlungsbemühungen einiger nordeuropäischer Länder. Wie auch die USA betrachten die EU die Tamilen-Rebellen als Terroristen. Der schwedische Chef der nordischen Vermittler, Ulf Henricsson, warnte vor den Folgen eines Scheiterns der Friedensbemühungen. "Wenn es nicht gelingt, die beiden Parteien wieder zum Waffenstillstand zu verpflichten, werden wir eine lange militärische Auseinandersetzung erleben."

Derweil kam es auf der umkämpften nördlichen Halbinsel Jaffna zu neuen Gefechten zwischen Rebellen und Soldaten. LTTE-Kämpfer hätten Soldaten von See und von Land aus beschossen, teilte die Armee mit. Die Armee habe die Offensive mit Luftangriffen erwidert und die Rebellen zurückgeschlagen (apa)

17.8.2006 22:20