Offene Gewalt in Sri Lanka: Tausende Zivilisten sitzen ohne Hilfe in Kampfzone fest
- UNHCR: 15.000 sind von jeder Hilfe abgeschnitten
- UNICEF verurteilt Bombardierung von Waisenhaus
Im Kampfgebiet im Nordosten Sri Lankas sitzen nach Angaben des UNO-Flüchtlingskommissariats UNHCR tausende Zivilisten fest. Strenge Ausgehsperren im Distrikt Jaffna hinderten sie an der Flucht in sichere Gegenden, sagte eine UNHCR-Sprecherin. Im Distrikt Trincomalee seien rund 15.000 Menschen von jeder Hilfe abgeschnitten. Seit April seien rund 130 000 Einwohner aus ihren Wohnorten geflohen.
Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF verurteilte die Bombardierung eines Waisenhauses mit Dutzenden Toten: "Diese Kinder sind unschuldige Opfer der Gewalt", sagte UNICEF-Direktorin Ann Veneman. Alle Konfliktparteien seien verpflichtet, Kinder zu schützen. UNICEF-Mitarbeiter hätten den Ort sofort nach dem Angriff aufgesucht und Hilfsgüter gebracht. Rund 40 Mädchen seien ums Leben gekommen, etwa 100 Kinder seien verletzt worden.
Die Regierung in Colombo bestreitet, dass es sich um ein Waisenhaus gehandelt habe. Vielmehr sei das Angriffsziel ein Trainingslager der tamilischen Rebellenarmee LTTE gewesen. (apa/red)
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