Der Kampf um die "Hackler": Westenthaler gegen Strache in Wiens Arbeiterbezirken
- Beide sind Spitzenkandidaten in Wahlkreis Wien-Süd
- FPÖ-Ziel: Mehr als 15 Prozent der Stimmen erhofft
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FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache wird sich bei der Nationalwahl mit BZÖ-Chef Peter Westenthaler in den Wiener Arbeiterbezirken Favoriten, Meidling und Simmering duellieren. Beide sind Spitzenkandidaten im Wahlkreis Wien-Süd, wie sich bei der Präsentation der Wiener Landesliste der FPÖ am Mittwoch herausstellte. Die Büroleiterin des Nationalratsabgeordneten Thomas Prinzhorn, Barbara Kappel, wird hingegen doch nicht für die FPÖ kandidieren.
Bei der vergangenen Nationalratswahl hatte die FPÖ in Wien mit 7,96 Prozent Stimmanteil kein einziges Grundmandat erstritten. Nun zieht man lieber die vergangene Wiener Gemeinderatswahl heran, bei der Strache 2005 mit 14,83 Prozent Platz drei erreichte. Das Ziel für Oktober: Mehr als 15 Prozent der Stimmen. Auch auf der Wiener Landesliste ist Strache Spitzenkandidat, ihm folgen der ehemalige Nationalratsabgeordnete Martin Graf und FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky.
"Eine Person, die ich sehr schätze", nannte Strache Kappel, die in einem Interview angekündigt hatte, für die FPÖ zu kandidieren. Trotzdem habe es am Montag einen Landesparteibeschluss gegeben, der es parteiunabhängigen Quereinsteigern unmöglich machen soll, zu kandidieren. Begründung: Die Erfahrung mit ehemaligen Abgeordneten, wie etwa der Moderatorin Theresia Zierler oder Ex-Skirennläufer Patrick Ortlieb. Diese seien ihrem Auftrag nicht gerecht worden. Strache weiter: "Es ist jeder eingeladen, Mitglied zu werden."
Auch im derzeit schwelenden Namenskonflikt um die Bezeichnung "Freiheitliche" machte sich Strache abermals Luft. So verwies er nochmals auf den nach der Abspaltung der Orangen erfolgten Ministerratsbeschluss, anstelle von Herbert Scheibner und Günther Barnet die Mandatarin Barbara Rosenkranz und (als deren Ersatz) Hilmar Kabas in die Bundeswahlbehörde zu entsenden. Damit sei die FPÖ als Wahlpartei anerkannt worden, "es hat keine Abspaltung gegeben, sondern den Parteiaustritt von 15 Abgeordneten", meinte Strache.
Besonders stößt sich der FPÖ-Chef am "Schweigen der anderen Parteien" in dieser Frage, lediglich SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos habe eine Ausnahme gemacht, dafür gebe es "Respekt". Den Ball spielte Strache auch an Bundespräsident Heinz Fischer und Nationalratspräsident Andreas Khol weiter, welche sich ebenfalls noch nicht zu Wort gemeldet hätten. Und noch einer weitere Drohung hielt Strache aufrecht: Natürlich könne man Wahlbeobachter entsenden, "Österreich hat einen Vertrag mit der OSZE, den wir bis heute nicht umgesetzt haben".
(apa/red)
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