Montag, 14. August 2006

FPÖ will 15.000 € gegen Abtreibung: Mütter sollen dafür Babys zur Adoption freigeben!

  • 4,5 Milliarden Euro Kosten seien ein "Pappenstiel"
  • Scharfer Protest der SPÖ: "Menschenverachtend"

Mit einem "Kontrakt fürs Leben", der werdende österreichische Mütter von einer möglichen Abtreibung abhalten und zu einer Adoptionsfreigabe animieren soll, will die FPÖ Kärnten in den Nationalratswahlkampf ziehen.

"Junge schwangere Frauen haben oft nur die Wahl entweder die Ausbildung, den Beruf und die Karriere aufzugeben oder seelische Probleme infolge einer Abtreibung in Kauf zu nehmen" erläuterte Klement. Den werdenden Müttern soll nun die Möglichkeit geboten werden, einen Vertrag einzugehen, das Kind nicht abzutreiben, sondern gleich nach der Geburt zur Adoption freizugeben.

Diese Vorgehensweise würde vielen Frauen Leid ersparen, außerdem gäbe es einen "riesigen Bedarf" an kinderlosen Paaren, die "keine Inder" adoptieren wollten. "Das wäre ein Beitrag, die österreichische Bevölkerung zu erhalten", meinte Klement. Für das Austragen eines Kindes sollen die Frauen eine Schwangerschaftskosten-Pauschale von 15.000 Euro erhalten. Wenn junge Frauen diese Möglichkeit mehrmals hintereinander in Anspruch nehmen sollten, ist das für den FPÖ-Politiker kein Problem: "Das ist ein Weg, die Geburtenrate auszugleichen." Die Kosten bezifferte Klement mit 4,5 Mrd. Euro jährlich. Dies sei ein "Pappenstiel", wenn man bedenke was jährlich für "Asylanten oder Entwicklungshilfe" ausgegeben werde.

Scharfer Protest der SPÖ: "Menschenverachtend"
Als "menschenverachtend" hat die Kärntner SPÖ-Abgeordnete Melitta Trunk den Vorschlag der FPÖ bezeichnet, Frauen, die ein Kind zur Adoption freigeben wollen, mit 15.000 Euro zu bezahlen. FPÖ-Generalsekretär Karlheinz Klement hatte die Auszahlung dieser Summe als "Schwangerschaftspauschale" vorgeschlagen, um die Geburtenrate in Österreich zu heben.

Frauen in sozialen Notlagen brauchten eine familienfreundliche Politik, das Recht, über einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden, dürfe ihnen nicht genommen werden, so Trunk gegenüber der APA. "Die Idee, dass Frauen Kindern das Leben schenken und sich das dann um 15.000 Euro abkaufen lassen sollen, ist einfach ungeheuerlich, ich bin tief betroffen", sagte die Abgeordnete. Es gehe hier um Menschen, die oft in einer sehr schwierigen Situation steckten und gezwungen seien, eine Entscheidung zu treffen. (apa/red)

14.8.2006 16:00