Sonntag, 20. August 2006

"profil": Hinweise auf CIA-Entführungen von Moslems aus Österreich

  • "Geschlagen und nächtelang am Schlafen gehindert"
  • Verhöre von "jordanischen und US-Spezialisten"

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, gibt es deutliche Hinweise darauf, dass die CIA im "Krieg gegen den Terror" auch in Österreich ansässige Moslems entführen ließ.

"profil" liegt die Aussage eines aus Ostafrika stammenden Moslems mit Wohnsitz in Wien vor. Demnach wurde er im Jänner 2003 bei einem Zwischenstopp am Flughafen der jordanischen Hauptstadt Amman verhaftet. Drei Monate lang sei er in Einzelhaft gesessen, so Kamal M. (Name geändert) gegenüber "profil": "Ich wurde geschlagen, nächtelang am Schlafen gehindert. Verhört wurde ich von jordanischen und amerikanischen Spezialisten. Sie wollten Namen und Adressen wissen, dann würde man mich in Ruhe lassen", sagt der Afrikaner. Im April 2003 sprach ihn ein jordanisches Militärgericht von allen Vorwürfen frei. M. kehrte daraufhin nach Wien zurück.

Rätselraten herrscht auch um das Schicksal des in Graz lebenden, ägyptischstämmigen Arztes Gamal Menshawi - er wird der radikalen Organisation Gama'a al-Islamiya zugerechnet -, der Ende 2002 auf der Pilgerreise nach Mekka ebenfalls in Amman verschwunden war. Nach Recherchen von "profil" war Menshawi mit dem Mailänder Imam Abu Omar bekannt, der am 17. Februar 2003 von einem Team der CIA nach Kairo verschleppt wurde.

Aus italienischen Gerichtsprotokollen und Aussagen italienischer Moslems geht hervor, dass Gamal Menshawi und Abu Omar zeitweilig im gleichen Gefängnis in Ägypten festgehalten wurden. Der italienische Geheimdienst-General Gustavo Pignero, der in den Fall von Abu Omar verwickelt war, ließ vor kurzem mit der Aussage aufhorchen, die CIA habe auch in Österreich geheime Entführungen geplant.

Lesen Sie die ganze Story im aktuellen "profil"!

20.8.2006 09:36