Quallenplage im Mittelmeer: NEWS über die
Überlebenstricks der lästigen Schönheiten
- Durch Überfischung wenig natürliche Feinde übrig
- Gift der Seewespe könnte bis zu 250 Menschen töten
·Quallen - Ohne Hirn lebt es sich ganz gut
So genannte Nesseltiere sind sehr einfach gebaut
Die feinkörnigen Strände an zahlreichen italienischen und spanischen und Küsten wirkten an vielen Sommertagen wie mit glitzerndem Gelee überzogen. Der Grund: unzählige Quallen, die von der Strömung an die Sandstrände der Costa Brava, der Toskana und der Balearen gespült worden waren und Tausenden Sonnenhungrigen den Badespaß verdarben - durch brennende Ausschläge und tagelange Badeverbote.
Über die Ursachen der Quallenplagen, die mit bis zu hundert Tieren pro Quadratmeter europäische Strände heimsuchten, streiten die Experten. Fest steht jedenfalls, dass Quallenplagen an europäischen Stränden nichts Neues sind. Abhängig vom Fortpflanzungszyklus der Nesseltiere, vom Strömungsaufkommen und von der Wassertemperatur, werden besonders in Sommermonaten immer wieder Tausende Tiere an Land gespült. Da Quallen zur Gruppe des Planktons gehören und von der Wasserströmung getragen werden, sind die Tiere nicht in der Lage, ihre Reiseroute durch die Meere selbst zu bestimmen.
Dennoch sind Quallenplagen stark vom Eingriff des Menschen in den maritimen Lebensraum mitbestimmt. Die weltweite Überfischung und der dadurch verursachte Rückgang natürlicher Feinde sind ebenso mitbestimmend wie die Erderwärmung, die zu einer explosionsartigen Vermehrung bestimmter, besonders robuster Arten geführt hat.
Denn Quallen sind Überlebenskünstler, die sich auch an widrigste Lebensumstände anpassen können. Seit 600 Millionen Jahren treiben die durchsichtigen Nesseltiere, die zu 98 Prozent aus Wasser bestehen, durch unsere Weltmeere - in nahezu unveränderter Form.
Denn die wenige Millimeter bis zu mehrere Meter großen Tiere jagen ihre Beute - Fische und Plankton - zumeist mittels ihrer Gifttentakel. Gift, das auch für den Menschen bedrohlich werden kann. Während die im Mittelmeer lebenden Quallenarten selten mehr als brennende und juckende Nesselausschläge verursachen, können andere Medusenarten mitunter zu tödlichen Schönheiten werden. Vor den Küsten Australiens etwa lebt das giftigste Meerestier der Erde - die Seewespe. Mit ihren 60, bis zu zwei Meter langen Tentakeln brennt die feingliedrige und nahezu durchsichtige Qualle ihr Gift in die Haut ihrer Beute. Die Folge: Innerhalb weniger Minuten werden Skelett-und Herzmuskulatur sowie Atmung gelähmt. Das Gift der Seewespe ist so aggressiv, dass jährlich mehr Menschen daran sterben als durch Haiattacken.
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